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Villingen-Schwenningen Zunftball ist Bummel durch die Rietstraße

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Foto: Bartler-Team

Lustige Gestalten treiben sich in der Rietstraße herum, ein Romeo auf Freiersfüßen, von sich selbst überzeugte Künstler oder auch der ein oder andere Narr: Jedenfalls bei den beiden ausverkauften Zunftbällen der Historischen Narrozunft Villingen, die ihre Gäste unter dem Motto "z’Villinge in de Narrestadt – im Städtle isch ebs los" mit auf einen Streifzug nahm.

VS-Villingen. Mitten hinein in ins Geschehen bringt einen in der Neuen Tonhalle schon die tolle Kulisse mit dem Riettor, vor dem sich die verrücktesten Geschichten abspielen. Dass sich ein Stadtbummel nicht nur für Klatsch und Tratsch, sondern auch für manchen Seitenhieb auf die Kommunalpolitik eignet, versteht sich von selbst.

Einen Volltreffer landet gleich der Nachwuchs: Unter dem Motto "Kinder an die Macht" zeigen Glonki-Mädels und kleine Wueschte, wie man Fasnet macht, und der Kleinste gibt gemäß einem Wueschtsprüchle zu, am verunreinigten Wasser schuld gewesen zu sein: "Mir sinn zum Schwenninger Hochbehälter gloffe, dort henn mir ins Wasser gseicht, und Schwenninger, die henn’s gsoffe". Der tosende Beifall war den jüngsten Akteuren für diesen frechen Auftritt sicher.

Den Umzug der Stadtverwaltung aufs frühre Kasernengelände beschäftigte bekannte Köpfe aus dem Rathaus und dem Gemeinderat: Angefeuert vom Schlachtruf "Mangin, Mangin, wir bauen im Mangin, Mangin, Mangin, da wollen wir alle hin", teilen sie die Räume auf und stellen fest, das Projekt sei die "versammelte Rache der Villinger" für die Landesgartenschau, den Bau der Neckarhalle und die Sanierung des Deutenberg-Gymnasiums in Schwenningen.

Für ordentlich Furore am Riettor sorgen drei Politessen aus den neuen Bundesländern, die eigentlich Geld in den Stadtsäckel spülen sollen, aber mit ihren weiblichen Reizen nicht geizen und sich als bestechlich erweisen – und frei nach den Jacob Sisters ein schwungvolles Lied anstimmen. Und natürlich heißt es an einem Samstag im Städtle, Schlange zu stehen und sich über die Neuigkeiten auszutauschen, allerdings sollte man keinen Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes beleidigen, die in Villingen hart durchgreifen.

Welch ein Drama sich entwickelt, wenn ein langsamer Romeo aus Schwenningen um die Gunst seiner temperamentvollen Julia aus Villingen wirbt, zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend, angelehnt an das Bürgertheater "Romeo und Julia" im Jubi­läumsjahr. Vor dem Blind Date schreckt es den Heiratswilligen nicht zurück, Hauptsache, er bekomme keine "taube Schell". In der Innenstadt treffen er und seine Auserwählte auch auf eine Werberin für den WWF, die auf Unterstützung für in Not geratene Tiergruppen der Villinger Fasnet hofft: So müsse der Kater der Katzenmusik in einem neuen "Miezhaus" unterkommen, für den Butz­esel sei eine artgerechtere Haltung gefragt, mit so vielen Triebern wie bisher komme er nicht mehr ins Wirtshaus. Doch für den Schwenninger im Trikot der Wild Wings, dessen Extremsport es ist, seiner Mutter mal zu widersprechen, gibt es kein Happy End: Angesichts der Frage, ob sie eine Ummenhofer bleibt oder künftig lieber Schlenker-Benzing heißt, eilt die Herzensdame mit einem italienischen Ratsherrn davon, über den Schwiegersohn freue sich der Papa sicherlich.

Ein zweiter Italiener mischt die Szene auf: Rolando Rembrando nimmt sich der Kunst an und fertigt ein Werk mit Klebestreifen nach den GPS-Daten seines Heimwegs an, um ihn nachts immer zu finden, verewigt sind zudem der Nachhauseweg eines Glonkis und die vom Narro zurückgelegte Strecke vom Strählen bis zum nächsten Stüble.

Ein Streit der besonderen Art bricht auf dem Grill von Metzger Bächle aus: Eine rote und eine weiße Wurst, ein dünnes Villingerle, eine dicke Bratwurstschnecke und eine sächselnde Thüringer Wurst preisen jeweils ihre Vorteile an – und müssen alle nacheinander vom Rost.

Einmal mehr heizten die Sänger um Gitarrist Peter Metzger die Stimmung an, dieses Jahr als Straßencafé-Bedienungen, die sich ihren musikalischen Reim auf das Stadt- und Fasnetgeschehen machen. Schnell fällt das Publikum ein und singt begeistert mit, nicht ohne die Band mit der heimlichen Villinger Fasnethymne "An Tagen wie diesen" von der Bühne zu lassen.

Und zum Schluss feiert die Jugend einen Einstand: mit einer Nummer, die sie selbst getextet und bühnenreif umgesetzt hatten. Sie haben die Lacher auf ihrer Seite, als es um Narros, Glonkis, Hexen und Katzen auf der öffentlichen Toilette geht und sich der Schwenninger Zunftmeister einen Kanister Wasser holt, weil es in Villingen besser ist. Um die Zukunft der Bälle muss sich die Zunft jedenfalls nicht sorgen.

Zum farbenprächtigen Bild tragen die Ballettgruppen bei, ob die Kinder als quirliger Bienenschwarm, die Müller-Jugend-Dance-Gang oder das Zunftballett zu "Singing in the rain" und bei Western-Stimmung im Saloon. So gibt es am Ende stürmischen Applaus für das ganze Team, das auch mit tollen Ideen überraschte: Regieeinfälle wie die immer wieder durch die Szene laufenden Ratsherren auf "Bad Beiz-Tour", bis die Wirtin und Ehefrau ein Machtwort spricht, die Einlage von Zunftmeister Anselm Säger und Oliver Kienzler, die als Eisverkäufer von Reihe zu Reihe ziehen, durch die Riet­straße düsende Paketdienst-Fahrzeuge oder fantasievolle Kostüme und Kulissen, beispielsweise der Bächle-Grill mit seinen Würsten.

Einen Zuschlag ganz im Sinn des Imbisswagens gibt’s dann obendrein: Die Blechbläser von den "Brotene Herdäpfel" setzen einen fulminanten Schlusspunkt: Völlig außer Rand und Band lassen Akteure und Zuschauer zu den fetzigen Klängen der Jungs aus Wolterdingen das Programm eines gelungenen Zunftballs ausklingen.

Regie: Olli Kienzler und Timo Klötzl

Kulissenmaler: Ute Kimmich und Uwe Waldvogel

Kulissen- und Requisitenbau: Torsten Haas, Timo Klötzl, Anselm Konegen, Rafael Lewanderski, Marcel Nolle, Michael Reise, Christian Strobel, Christian Hauser und Lukas Link

Bühnentechnik: Peter ­Feustel, Florian Fischer, Oliver Greitmann, Torsten Haas, Peter Hupfer, Anselm Konegen, Rafael Lewanderski, Marcel Nolle, Benjamin Oberle, Michael Reiser und Christian Strobel

Licht und Ton: Conny und Markus Käfer sowie Dennis Schmidt von der Firma Käfer PA, Patrik Metzger und Daniel Künkel.

Mikrofon-Ausgabe: Christian Hauser und Daniel Roth

Durchsagen/CD-Einspielungen: Wolfgang Roth

Kostüme Kinder- und Zunftballett: Monika Baumann, Dorothy Reiner, Eva Säger, Heidrun Voggenreiter und Bettina Wöhrle

Kinderballett: Merle Fleig, Kira Frey, Marvie Greitmann, Antonia Haas, Valerie Haas, Estée Hauser, Stella Hauser, Jana Kluth, Lara-Marie Lewanderski, Louisa Lewanderski, Leonie Reiser, Marie Reiser, Sophie-Marie Schaumann, Melissa Teutsch, Maya Teutsch, Luise Wagner, Lene Wagner und Elaine Weißer; Leitung Sabrina Mauch und Jana Metzger; Haare: Mütter der Kinder; Maske: Karin Blessing

Jugendballett: Hannah Becker, Hannah Dinser, Lea Dinser, Vreni Dinser, Angelina Fauth, Sophia Konegen, Sophia Oberföll, Maxi Raufer, Pauline Säger, Pia Sauter, Ina Sauter, Selina Schaumann, Amelie ­Schaumann, Michelle Teutsch, Ann-Kathrin Weißer und Eva Hoeck; Leitung: Lisa Eisenmann; ­ ­Kostüme: Celina Schaumann, ­Jasmin Mauch und Julia Wursthorn; Haare: Anette Wagner und Claudia Raufer; Maske: Lauks Hairstyle

Zunftballett: Kathrin Bachert, Timo Brugger, Michaela Faißt, Dominik Haas, Marvin Hahn, Kristina Huy, Sabrina Mauch, Jasmin Mauch, Jana Metzger, Chiara Nolle, Franka Nolle, Jan Orsinger, Julia Popko, Daniel Rausevic, Isabel Roth, Janine Roth, Sandra Rudzki, Pascal Schiele, Larissa Voggenreiter und Julia Wursthorn; Leitung: Janine Roth; Haare: Anika Schwarzmüller Ricarda Zajac und Loredana Milia; Maske: Heidi Uetzfeld

Texte Sprechnummern: Alina Wöhrle, Alex Brüderle, Anselm Säger, Quirin Säger, Marius Richter, Mathis Richter, Andi Dörflinger, Joachim Fuchs, Matze Reiner, Olli Kienzler, Roland Weisser und Uwe Waldvogel

Maske Spieler: Yvonne Distel Kinder an die Macht: Wuescht 1: Moritz Feustel, Wuescht 2: Linus Feustel, Wuescht 3: Moritz Kimmich, Wuescht 4: Simon Brüderle, Glonki 1: Antonia Haas, Glonki 2: Lara Lewanderski

Zentrale Verwaltung: OB Rupert Kubon: Christoph Bachert, Architekt Flöß: Werner Mauch, Elke Zimmermann: Marieke Vosseler, Marcel Klinge: Pascal Beha, Bertold Ummenhofer: Jonas Kretschmer, Joachim Wöhrle: Lukas Link

Politessen: Hanni: Heidi Popko, Rosi: Susy Roth, Lori: Priska Haas. Amtsleiter: Timo Klötzl, Fräulein Schnäpperle: Philipp Haas, Fahrradfahrer: Sebastian Bohrer, Ratsherr 1: Benedikt Fehrenbach, Ratsherr 2: Simon Haas, Wuescht: Jonas Ettwein

Schlange stehen: Mann 1: Benni Walter, Frau 1: Ina Sauter, Mann 2: Olli Kienzler, Frau 2: Sabine Kenke, KOD: Linus Richter

Romeo & Julia: J:Julia: Alina Wöhrle, R:Romeo: Alexander Brüderle, Teil 2: WWF: Steffi Brüderle, Teil 3: Italo-Ratsherr: Olli Kienzler

Bad-Beiz – 01: Uwe Waldvogel, Joachim Fuchs, Matze Reiner und Michel Reiser spielen sich alle selber, Wirtin Würgerstüble: Dorothy Reiner, Wirtin Brunnenbrunser: Bianca Fuchs

Kunst in VS: Rolando Rembrando: Roland Weißer, Blos­arsch-Karle: Felix Ettwein, Bruder vum Karle: Fabian Mauch Kunstwerk-Wuescht: Jonas Ettwein

Bächle-Grill: Metzger Bächle: Rolf Ade, Rote Wurst: Jörg Kimmich, Weiße Wurst: Eva Säger, Villingerle: Pauline Säger, Bratwurstschnecke: Karin Blessing, Thüringer: Luis Dinser

Eis-Cafe: Salvatore: Olli Kienzl er; Zunftmeister: Anselm Säger

Bedienungen der Rietstraße: Peter Metzger, Gitarre und Gesang, Hans Vosseler Gesang, Manfred Roth Gesang, Rolf Kübeler Gesang und Michael Willmann Cachon.

Öffentliches WC: Wueschtvater: Mathis Richter, Generalfeldmarschal: Quirin Säger, Villinger Hexe: Andreas Dörflinger, Dörr-Bruder Glonki: Marius Richter, WC-Frau: Dominik Beha, Zunftmoeschter: Marius Stadler, zwei Südstadtclowns: Lorenz Richter und Moritz Schaumann

Special-Guests: "Brotene Herdäpfel" aus Wolterdingen

After-Show-Party: DJ Alex – Alex Köppe

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Fax: 07721 9187-60

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