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Villingen-Schwenningen Zuhörer erleben subtile Romantik

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Ein genussvoller Abend mit Hugo Wolfs "Italienisches Liederbuch" im Franziskaner Konzerthaus in Villingen: Glänzende Interpreten waren Cristiane Roncaglio (Sopran), Barbara Baun (Klavier) und Roman Trekel (Bariton). Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Siegfried Kouba

Nur wenige Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, Hugo Wolfs "Italienisches Liederbuch" bei den Meisterkonzerten im Franziskaner Konzerthaus in Villingen anzuhören. Das anwesende Publikum jedoch wurde beglückt, ausgezeichnete Interpreten brachten subtile Romantik auf die Bühne.

VS-Villingen. Kaum einer kennt heutzutage wohl noch den Nobelpreisträger Paul Heyse (1830 bis 1914). Seinerzeit wurde er als Dichterfürst apostrophiert, dem Theodor Fontane sogar das "Heysesche Zeitalter" zusprach. Bekannt wurde der Wahl-Münchner durch seine Novellen.

Zauberhafte Poesie vermittelt seine Übersetzung italienischer Liebesgedichte, die Hugo Wolf in seinem "Italienisches Liederbuch" in sinnlicher Tonsprache formulierte. Das minimierte, feinfühlige, romantische Decamerone bietet mit einigem Augenzwinkern, inniger Verliebtheit oder bitterem Kummer ein breites Stimmungsbild.

Das Trio Cristiane Roncaglio (Sopran), Roman Trekel (Bariton) und Barbara Baun (Klavier) gestaltete daraus ein pittoreskes, nuancenreiches und gefühlsintensives Gemälde. Der gesangliche Wechsel wurde durch eine gelungene Folge garantiert. Die Sopranistin gestaltete ihren Part facettenreich und ausdrucksvoll. Sie konnte kokett sein, melancholisch wirken (Wir haben beide), keck verführen (Du denkst mit einem Fädchen) oder Eifersucht spüren lassen (Wer rief dich denn) und sich zum aufgewühlten Hexengesang (Verschling den Abgrund) steigern. Ein paar Artikulationsschwierigkeiten konnte man vernachlässigen, und glockenklar kam die Stimme bei "Wohl kenn ich Euren Stand" zur Geltung.

Als ausgezeichnetes Pendant wirkte Roman Trekel. Seine Atemtechnik war bewundernswert, die Stimme angenehm weich, rund und voluminös. Ausdruck kam auch über seine Körpersprache, die Opernerfahrung bekundete. Trekel überzeugte mit seinem lyrischen Bariton in allen Lagen. Hingehauchte Eleganz war bei "Schönheit und dein Angesicht" und leidenschaftlicher Reiz bei "Ihr seid die Allerschönste" zu spüren. Majestätische Ausstrahlung trug "Daß doch gemalt", wobei Tiefe (deine Hände) problemlos gemeistert wurde. Der Sänger konnte auch stürmische Leidenschaft con fuoco transportieren (Ein Ständchen) und große Dramatik bei "siehe wie ich beb" erzeugen und pastoral-kirchenliedhafte Stimmung gerade bei der Reprise des "Benedeit" verbreiten.

Die qualitätsvolle Liste bei den Gesangssolisten wäre problemlos fortzusetzen. Was wäre das aber alles ohne Barbara Baun? Sie brachte ihr ganzes pianistisches Können ein, begeisterte mit Einleitungen, Zwischenspielen oder Nachklängen. Ihr Ausdrucksspektrum reichte von heiter witzig bis zu gnomenhaftem Huschen (Mein Liebster ist so klein) oder von diffus-erotischer Stimmung (Wie lange schon) bis hin zu südländischer Leichtigkeit (O wär dein Haus) und dem pointierten "Was soll der Zorn".

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