Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Zeit, neue Türen zu öffnen

Von
Die beiden Franziskanerinnen Mechthilde (links) und Maria Salvator ziehen in ihr Mutterhaus nach Hegne am Bodensee. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

"Ich war gerne hier und habe mir in der Münstergemeinde stets Kraft geholt" sagt Schwester Mechtilde. Ihre Mitschwester Maria Salvator empfindet vor allem Dankbarkeit. "Und jetzt ist etwas anderes an der Reihe". Die beiden Franziskanerinnen ziehen am nächsten Donnerstag in ihr Mutterhaus nach Hegne.

VS-Villingen. Damit endet nicht nur ihre persönliche Zeit in ihrer Schwesterngemeinschaft im Münsterzentrum, sondern auch die der Villinger Niederlassung des Klosters Hegne der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz.

Sozialstation geprägt

Schwester Maria Salvator Kaltenbach aus Friedrichs­hafen lebte 39, Schwester Mechtilde Baumann aus dem Renchtal 32 Jahre lang im Stadtbezirk. Beide waren bis 2006 nicht nur hauptamtlich und danach ehrenamtlich in der Katholischen Sozial­station tätig, sondern haben die Einrichtung auch im Wesentlichen geprägt.

Schwester Mechtilde trat dem tätigen Orden in Hegne 1958 bei. Die damals 23-Jährige durchlief neben der Ordensausbildung die Krankenpflegeschule am städtischen Krankenhaus in Singen und wurde Krankenschwester. Den gleichen Weg ging die um zwei Jahre jüngere Schwester Maria Salvator, nachdem sie 1959 in den Orden eingetreten war. Damals, so erinnern sich beide, lebten im Kloster Hegne noch mehr als 1000 Ordensschwestern – heute sind es nur noch wenig mehr als 300.

Als sie ihr Ordensgelübde (Profess) nach zwei Jahren Novizität ablegten, taten sie das gemeinsam mit rund einem Dutzend weiterer junger Frauen. "Inzwischen sind es jährlich nur ein bis zwei", sagt Schwester Mechtilde. 1962 wurde sie vom Mutterhaus zunächst nach Radolfzell versetzt, um ihre Ausbildung in Singen abzuschließen, dann nach Lindenberg im Allgäu, wo sie drei Jahre lang blieb. Es folgte die Klosterniederlassungen im badischen Bühl. 16 Jahre lang wirkte sie dort, war Oberin der Schwesterngemeinschaft und nach einer entsprechenden Zusatzausbildung Leiterin der Sozialstation vor Ort.

Klima besser vertragen

1981 übernahm sie die gleiche Verantwortung in ­Konstanz, bevor sie 1987 nach Villingen gesandt wurde. Glücklich sei sie damals darüber nicht gewesen, gibt sie zu und lächelt. "In Konstanz hat es mir schon sehr gut gefallen". Doch den erneuten Umzug habe sie nie bereut – im Gegenteil: "Ich habe das Klima hier viel besser vertragen". Auch hier übernahm sie die Katholische Sozialstation und entwickelte sie bis 2000 entscheidend weiter. Sie baute einen Helferkreis auf, der allmählich professionalisiert wurde und heute in die Pflege integriert ist. Und sie gründete den Kreis pflegender Angehöriger. Damals, so erinnert sie sich, habe sie als Leiterin sowohl Verwaltungsaufgaben als auch Pflege am Patienten erledigt, eine Aufgabenhäufung die heute so nicht mehr denkbar wäre.

Schwester Maria Salvator blieb nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester am Singener Krankenhaus und arbeitete dort bis 1980 in der Inneren Frauenstation. Auch sie ließ eine Zusatzausbildung folgen, die sie zur Leitung von Sozialstationen befähigte. Die sah ein halbjähriges Praktikum vor, das Maria Salvator in Villingen absolvierte – und sie blieb. Als Oberin einer damals noch fünfköpfigen Schwesterngemeinschaft und als Pflegekraft in der Katholischen Sozialstation.

Sie betreute Patienten in Villingen, aber auch in ­Weilersbach und Obereschach, unterstützte ihre Mitschwester Mechtilde wo es nur ging, und gemeinsam besuchte man Fortbildungen an der Krankenpflegeschule.

Auch nachdem die beiden Ordensschwestern 2006 offiziell in den Ruhestand traten, hielten sie der Sozialstation die Treue. "Unser Orden hat sich der Hilfe von Armen und Kranken verschrieben", sagt Maria Salvator. Die Freude am Helfen eint die beiden Frauen, sodass sie nach Jesu Worten "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan" auch als Rentnerinnen betreuend tätig blieben. "Es ist immer viel zurückgekommen", sagt Schwester Mechtilde dankbar.

Vor dem bevorstehenden Einschnitt in ihrem Leben ist den beiden schon ein bisschen bange. Die ersten Möbelstücke und persönlichen Dinge haben schon die Klosteranlage am Bodensee erreicht. Dort werden Schwester Mechthilde und Schwester Maria Salvator jeweils ein Zimmer im Pflegeheim "Maria Hilf" beziehen und ihren pflegebedürftigen Mitschwestern zur Seite stehen. Und dort genießen sie ihren eigenen Lebensabend.

Abschied von Gemeinde

An diesem Sonntag werden sie im Gottesdienst von ihrer Münstergemeinde verabschiedet, die Sozialstation hat ihnen bereits ein Abschiedsfest bereitet. Wehmut ist spürbar. "Wir haben hier viel Schönes erlebt und es hat rundum alles gepasst", sagt Schwester Mechtilde und dreht eine der vielen Abschiedskarten in den Händen. Darauf steht: "Es ist Zeit, neue Türen zu öffnen und neuen Anfängen zu vertrauen".

Artikel bewerten
7
loading

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.