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Villingen-Schwenningen Woher kommen eigentlich unsere Weihnachtsbäume?

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Johannes Klausmann (rechts) findet den passenden Baum für zwei seiner Obereschacher Kunden. Foto: Käfer

Villingen-Schwenningen  Der Schwarzwald ohne Fichten und Tannen – unvorstellbar! Noch weniger fassbar: In den Wäldern vor den Stadttoren wachsen keine Christbäume.

Stellen Sie sich vor, auf dem Münsterplatz in Villingen gäbe es ein Weihnachtsbaum-Casting. Stattliche Weißtannen stehen neben sanftblauen Blaufichten. Robuste und biegsame Nordmanntannen werben um die Gunst der diesjährigen Christbaum-Käufer. Alle Bäume sind gekommen, teils von weit her, nur auf einige Bäume wartet man vergebens: Die Weihnachtsbäume aus dem heimischen Stadtwald VS.

Die Reise mit dem Ziel "Woher kommen eigentlich die Festbäume für Heiligabend?" startet im hießigen Stadtwald um die Gemarkung der Doppelstadt. Roland Brauner vom Forstamt Villingen-Schwenningen gibt Auskunft: "Früher hat es das noch gegeben, Weihnachtsbäume in unserem Stadtwald. Heute sind Weihnachtsbäume für das städtische Forstamt kein Thema mehr."

Ansprüche der Käufer sind hoch

Mehrere Gründe stehen einer Kultivierung auf Stadtwaldflächen entgegen: In erster Linie ist es wohl das Konzept der Naturverjüngung, nachdem der hießige Forst bewirtschaftet wird. Das heißt, der Wald verjüngt sich von selbst und es finden sich Bäume aller Altersstufen auf den Flächen. Dadurch seien die Bedingungen zu uneinheitlich, beispielsweise Licht und Abstände der Bäume, das Resultat seien Christbäume, die den Ansprüchen der Käufer nicht genügen, so Roland Brauner.

Bäume, die den Ansprüchen der Kunden standhalten, wachsen auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Bäume stehen dort in Reihe und Glied mit festen Abständen. Gezielte Pflanzungen sind dafür nötig. Dort werde je nach Betrieb "gedüngt, Insektizide gegen Schädlinge eingesetzt und intensive Pflegearbeiten verrichtet – beispielsweise bei der Unkrautbekämpfung", führt Brauner aus. Formschnitte seien notwendig, um den Baum in die Form zu bringen, die den aufmerksamen Augen der Kunden genügen. Aber woher kommen die Christbäume dann genau?

Bäume kommen aus Deutschland, aber nicht unbedingt aus BaWü

Laut des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger geht der Importanteil an Weihnachtsbäumen stetig zurück. Aktuell läge der Anteil eingeführter Bäume bei unter zehn Prozent, der größte Teil stamme aus Dänemark.

Was Baden-Württemberg angeht, müsse man sich allerdings – zumindest was die Baum-Frage anbelangt – anderen Bundesländern geschlagen geben, informiert der Christbaumverband Baden-Württemberg auf seiner Website: "Nordrhein-Westfalen hat im Sauerland bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Niedersachen werden hier etwa zwei Drittel der deutschen Bäume produziert." Baden-Württemberg sei nur ein kleines Anbaugebiet. Nur wenige Christbäume stammen demnach aus heimischen Pflanzungen aus dem Schwarzwald.

Wissen, wo der Baum herkommt

Zu den wenigen Weihnachtbaumerzeugern aus Villingen-Schwenningen gehört die Familie Klausmann aus Obereschach. Dort kennt man das Kinzigtal als bedeutendes Anbaugebiet im Schwarzwald, muss sich mit seinen eigen angebauten Fichten und Tannen aber keineswegs verstecken. "Wir verwenden keine chemischen Pflanzenschutz. Dafür gehen wir zwei bis dreimal mit dem Mäher durch die Reihen", betont Johannes Klausmann.

Auf die Frage, ob man keine Probleme mit Schädlingen hätte, beispielsweise auch mit Vögeln, die sich auf der Baumspitze niederlassen, antwortet Klausmann: "Diese Probleme kennen wir nicht. Natürlich schafft es nicht jeder gepflanzte Baum in den Verkauf, aber der Anbau erfolgt ohne Chemie". Lediglich eine Erhaltungsdüngung sei notwenidg, jede Pflanze entziehe dem Boden schließlich Nährstoffe.

Die Familie verkauft vom ersten Advent bis zum Heiligabend ihre selbstgehegten Weihnachtsbäume. Der Verkauf findet jeweis donnerstags, freitags und samstags von 9 bis 18 Uhr statt. Auch geöffnet ist am Montag vor Heiligabend und an Heiligabend selbst.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Website www.hof-klausmann.de

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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