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Villingen-Schwenningen Wirt missachtet Corona-Regeln

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Ein Wirt aus Schwenningen hat seinen Gästen die Wahl gelassen, ob sie ihre Daten preisgeben möchten. Foto: Pixabay, © Heiko Küverling – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Ein Gastronom in der Doppelstadt hat die Vorschriften zur Erhebung der Daten seiner Gäste zu lax gehandhabt. Dann trat plötzlich ein bestätigter Corona-Fall auf. Was dann passierte, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Es ist Pflicht: Gäste, die ein Lokal aufsuchen, müssen derzeit ihre Personalien angeben, um im Bedarfsfall kontaktiert werden zu können. Die laxe Auslegung dieser Vorschrift durch einen Wirt in Schwenningen hat nun ein ungutes Nachspiel.

Bei Kontakt-Nachverfolgung wurde Landratsamt aufmerksam

Auf den Tischen in dem kleinen Lokal liegen längst nicht mehr nur die Angebote der Woche oder das derzeit angesagte Tagesmenü. Nein, dort liegt gerade Post des Gesundheitsamtes aus dem Landratsamt. Der Tenor: "Bitte melde Dich!"

Pressesprecherin Heike Frank vom Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises bestätigt die Informationen des Schwarzwälder Boten zu diesem Fall. In der Gastwirtschaft in Schwenningen seien die Listen "auf freiwilliger Basis" geführt geführt worden. Unter dem Strich also: Wer sich eintragen wollte, konnte das tun - wer es nicht wollte, wurde damit offenbar auch nicht weiter behelligt.

Dann jedoch kam alles anders als erwartet: Eine Person, die das Lokal in letzter Zeit besucht hatte, wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Da im Falle positiver Testungen noch immer eine umfangreiche Maschinerie in Form von Kontrollen und Kontakt-Nachverfolgungen einsetzt, wurden die Mitarbeiter des Landratsamtes auf dessen Besuch in dem betreffenden Lokal in Schwenningen aufmerksam.

Stammgäste werden mittels Handzettel informiert

"Die Untersuchung des Lokals wurde begonnen, nachdem wir von einem Erkrankten erfuhren, dass er sich dort im Symptomzeitraum aufgehalten hat", erläutert Heike Frank. Bei den Überprüfungen habe geklärt werden können, dass das Personal des Lokals immerhin nach den geltende Vorschriften geschützt gewesen und zuletzt durch das zuständige Ordnungsamt eingewiesen worden sei. Aber: Bei der Überprüfung stellte sich auch heraus, "dass die Einträge in der Gästeliste nicht dem anzunehmenden Gästeaufkommen entsprachen". Soll heißen: Wesentlich mehr Gäste dürften sich im betreffenden Zeitraum in der Wirtschaft aufgehalten haben, als die geführte Gästeläste vermuten ließe.

Das Gesundheitsamt hat sich deshalb dazu entscheiden, "die Stammgäste des Lokals mittels eines Handzettels zu informieren" und zur Testung aufzufordern.

"Am Sonntag, dem 19.07.2020 zwischen 17:00 und 21:00 Uhr und am Dienstag, den 21.07.2020 zwischen 15:00 und 20:00 Uhr war ein hochansteckungsfähiger COVID 19 Erkrankter zu Besuch in dieser/m Café/Bar. COVID 19 ist eine hochgradig ansteckende Erkrankung, die über Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Erkrankung kann äußerst schwer verlaufen, insbesondere bei Abwehrgeschwächten und bei Personen mit Immuneffekten. Eine gezielte medikamentöse Behandlung, Vorbeugung oder Impfung besteht nicht. In der Bekämpfung der Erkrankung und der Verhinderung ihrer Ausbreitung ist der öffentliche Gesundheitsdienstauf die Mitwirkung und Zusammenarbeit jedes Einzelnen angewiesen. Aufgrund des hohen Ansteckungsrisikos bitten wir Besucher, die in dieser Zeit die Bar aufgesucht haben, auf Symptome einer COVID Erkrankung zu achten.", schreibt das Gesundheitsamt in dem Handzettel. Daraufhin werden mögliche Symptome einer Covid-19-Infektion aufgezählt, unter anderem: Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber oder ein Geschmacksverlust. Bei Beschwerden sollen sich die Personen unter Telefon 07721/9 13 71 90 melden. desweiteren wird Besuchern, die das Lokal zu den genannten Zeiten besucht hatten, unabhängig von Beschwerden ein Covid-Abstrich empfohlen.

24 Verstöße gegen Hygienevorschriften festgestellt

In einigen Fällen sei das zwischenzeitlich passiert, so Heike Frank. Folgefälle seien noch nicht zurückgemeldet worden.

Auch das Ordnungsamt der Stadt Villingen-Schwenningen wurde in die Sache involviert. Von dort erfolgte die Verfügung an den Gastronomiebetrieb, zur Ausgabe des Infoschreibens.

Darüber hinaus kontrolliere das Bürgeramt regelmäßig und zu verschiedenen Zeiten Gastronomiebetriebe. Insgesamt wurden bislang 24 Verstöße für das Nicht-Einhalten von Hygienevorschriften festgestellt, das kann ein fehlender Desinfektionsspender oder Aushang sein, aber eben auch eine lückenhafte oder gar nicht erfolgte Datenerhebung, so Pressesprecherin Oxana Brunner.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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