Villingen-Schwenningen/Berlin - Der CDU-Abgeordnete Siegfried Kauder, der bei der Nominierung für die Bundestagswahl in seiner Partei gescheitert ist, will als unabhängiger Kandidat antreten. Dafür hat er Unterschriften von Unterstützern gesammelt.

Bereits gestern gegen 13.25 Uhr hatte Siegfried Kauder die erforderlichen 200 Unterschriften offenbar beisammen. Jedenfalls legte das Landratsamt Schwarzwald-Baar eine Liste der eingereichten Wahlvorschläge für die Bundestagswahl vor. Auf dem letzten von zehn Plätzen findet sich der Kandidat unter dem Stichwort "S. Kauder".

Der Bruder von Unions-Fraktionschef Volker Kauder ist seit 2002 Abgeordneter der CDU im Bundestag und führt derzeit den Rechtsausschuss. Landeschef und Bundesvize Thomas Strobl rechnet indes damit, dass Siegfried Kauder aus der CDU ausgeschlossen wird. Strobl sagte der Zeitung »Die Welt«: »Das ist der Klassiker für ein Parteiausschlussverfahren. Wenn ein Mitglied gegen ein von der Partei nominiertes Mitglied bei einer Wahl antritt, dann sind die Regelungen im Statut klar.« Kauder könnte einem Ausschluss zuvorkommen, indem er selbst aus der Union austritt.

CDU-Kreisvorsitzender Andreas Schwab will einen möglichen Parteiausschluss kommende Woche in einer Kreisvorstandssitzung zum Thema machen.