Auch wenn es immer wieder Frauen in typischen Männerberufen gibt, ist die Gleichstellung im Arbeitsleben noch nicht vollendet. Foto: © master1305 – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Gesellschaft: Gleichstellung im Arbeitsleben noch nicht vollendet / Frauen nach wie vor mehr im Haushalt tätig

Von Leonie Finkbeiner

Triberg. In der heutigen Zeit haben Frauen in Deutschland die selben Chancen wie Männer –­ oder doch nicht? Die Gleichstellung ist immer noch ein wichtiges Thema in Deutschland und in aller Welt.

In vielen Nationen der Welt wird immer noch ein Frauenbild vertreten, das für uns in Deutschland unvorstellbar geworden ist. Zwangsheiraten, sexuelle Belästigungen und Gewaltübergriffe sind noch lange keine Seltenheiten geworden. In Ländern wie Mali, Afghanistan und Malawi herrschen ähnliche Bedingungen wie bei uns vor Jahrzehnten.

Die veraltete Denkweise steckt teilweise immer noch in den Köpfen mancher Menschen fest, so ist es für manche undenkbar als Mann im Haushalt tätig zu sein, wie traditionell "vorgeschrieben". Berufe wie Handwerker oder Erzieherin werden von vielen in der Gesellschaft als typische Männer- oder typische Frauenberufe angesehen, und es erscheint immer noch außergewöhnlich, die Konvention zu brechen. Dennoch wurde viel in den letzten Jahrhunderten erreicht. Der Weg zu heutigen Situation war lang und hart. So kämpften schon vor etlichen Jahren Frauen für diese Ziele. Um die Entwicklung anzuschauen, starten wir vor rund 100 Jahren. Mit der Aufhebung des Vereinsverbots für Frauen 1908 wurde damals die erste Grundlage für die Frau geschaffen. Auch davor schon sind einige Meilensteile zu berichten, das erste Mädchen-Gymnasium 1893, sowie die Gründung des Vereins zur Förderung der Erwerbstätigkeit des weiblichen Geschlechts im Jahre 1866.

Im Laufe der Weimarer Republik gewannen Frauen immer mehr Rechte. Sie arbeiten, waren selbständig und vielleicht sogar "frei". Doch es gibt nun mal immer eine Kehrseite und so verdienten schon damals Frauen weniger als Männer und konnten sich kaum allein eine Existenz aufbauen. Vielen Frauen blieb als letzte Möglichkeit nur noch die Prostitution, was die Erfolge dämpfte.

Die hart erkämpften Rechte und Möglichkeiten wurden in der NS-Zeit wieder stark beschnitten, angefangen mit der "Doppelverdienerkampagne", die verheiratete Frauen dazu aufforderte die Arbeit ihren Männern zu überlassen.

Die Rollenbilder veränderten sich in der Zeit komplett, von selbständig zu abhängig; von frei, zu angekettet. Bis in die 1970er-Jahre mussten Frauen per Gesetz das Einverständnis ihrer Ehemänner vorweisen, um einen Beruf ausüben zu können.

Auch in der heutigen Zeit ist in der Arbeitswelt ein klarer Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht zuerkennen. So unterscheiden sich die Zahlen klar bei der Anzahl der weiblichen und männlichen Führungskräfte in Deutschland. Ferner arbeiten Frauen immer noch größtenteils in Teilzeit, auch wenn die Zahl der Erwerbstätigen mit der Zeit immer mehr ansteigt. Männer die im Vergleich zu Frauen in der Regel eher in einem Vollzeit-Job tätig sind, bestätigen weiterhin die noch nicht vollendete Gleichstellung der beiden Geschlechter im Arbeitsleben. Studien belegen weiterhin dass Frauen, ganz dem Klischee nach, mehr im Haushalt tätig sind als Männer, auch wenn beide Partner berufstätig sind. Außerdem verdienen Frauen meist immer noch weniger als Männer auf der selben Position. Daraus resultiert, dass die Gleichstellung deutliche Fortschritte gemacht hat, aber noch immer nicht vollständig vollzogen ist. n Die Autorin ist Schülerin der Klasse 9a des Schwarzwald-Gymnasiums Triberg