Jürgen Roth - darf er als Stadtoberhaupt Fan eines Vereins sein? Foto: Eich

Doppelstädter sind empört über von Mirbachs Schelte an Jürgen Roth. Meinungen unserer Leser.

Villingen-Schwenningen - Wieviel Fan eines Sportvereins darf in einem OB stecken? Diese Frage treibt die Villingen-Schwenninger um, seit der Grünen-Sprecher Joachim von Mirbach das Stadtoberhaupt bei einer Diskussion über den möglichen Aufstieg der Wiha Panthers in Schwenningen zur Neutralität aufgefordert hat.

Es ging um die Frage, in welcher Form die Deutenberghalle als Austragungsort der Bundesligaspiele im Basketball ertüchtigt werden müsste, um den Anforderungen der jeweiligen Pro-Liga zu genügen. Klar ist: sowohl für den Verbleib in der Pro LigaB als auch für den Aufstieg der Pro Liga A müsste investiert werden – im einen Fall mehr, im anderen weniger. Im Laufe der Diskussion verwendete Roth in einer seiner Stellungnahmen die Wendung "wenn wir aufsteigen" und wurde daraufhin vom Fraktionssprecher Joachim von Mirbach gemaßregelt – "wir" steigen gar nicht auf, meinte dieser, wenn überhaupt dann steige der Verein auf. Er bitte doch um Neutralität, forderte er an den OB gewandt. Der jedoch konterte gelassen mit einem weiteren Bekenntnis zu den Schwenninger Basketballern: "Ich bin stolz darauf, dass wir einen Bundesligaverein hier in VS haben!"

Gar nicht gelassen sehen hingegen viele Villingen-Schwenninger das Einschreiten des Grünen-Politikers. In den sozialen Netzwerken im Internet verbreitete sich unsere Berichterstattung über das kurze Zwischenspiel der Verwaltungsausschusssitzung am Mittwoch wie ein Lauffeuer. Verständnis für die Rüge von Mirbachs hegt von den Kommentierenden niemand. Im Gegenteil: "Wir sind VS" ist ihr Tenor. Dementsprechend groß ist der Rückenwind, den der neue Oberbürgermeister von den Villingen-Schwenningern im Internet bekommt.

Viele, das wird schnell klar, begrüßen es sogar ausdrücklich, dass Jürgen Roth dieses "Wir-Gefühl" in Worte fasste. Partei zu ergreifen und mehr noch: Sie fordern eine entsprechende Identifikation und ein Interesse an den Vereinen in der Doppelstadt geradezu ein. Immerhin verfügt das Oberzentrum über sage und schreibe 300 Vereine und Vereinigungen, darunter 91 Sportvereine, die über 80 verschiedene Sportarten bedienen.

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