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Villingen-Schwenningen Werden Grillplätze bald geschlossen?

Von
Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Welche Gefahren auch in VS aufgrund der anhaltenden Hitze und der Trockenperiode drohen, zeigt ein größerer Flächenbrand am Warenberg. Sollte die Situation weiter anhalten, hätte das für die Grillplätze Auswirkungen.

Wenn Roland Brauner, stellvertretender Forstamtsleiter, den Wetterbericht für die kommenden Tage anschaut, dann dürfte man sicherlich Sorgenfalten auf seiner Stirn entdecken. Denn die Temperaturen über 30 Grad Celsius sollen noch weitere zwei Wochen anhalten, Abkühlung oder ein Regentag sind derzeit nicht in Sicht. Und das könnte auch Auswirkungen auf die Grillplätze in der Stadt haben.

"Wir brauchen dringend Regen. Wenn es weiterhin nicht regnet, müssen wir uns überlegen, die Grillstellen zu schließen", erklärt Brauner im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Betroffen wären davon in erster Linie der Grillplatz an der Romäusquelle sowie bei der Riviera im Groppertal, die beide vom Forstamt betreut werden.

Der stellvertretende Forstamtsleiter hat aber noch einen weiteren Platz im Blick: "Wir müssen uns dann aber auch überlegen, ob wir mit der Ortsverwaltung in Pfaffenweiler in Kontakt treten und uns über die Schließung der dortigen Grillstelle Gedanken machen." Gefährlich sei hierbei der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko macht. Das betrifft auch die Waldgebiete. "Hier ist derzeit Vorsicht geboten", so Brauner. Grundsätzlich gelte von März bis Oktober ohnehin ein Rauchverbot in den Wäldern. "Es gibt aber noch genug Menschen, die selbst jetzt rauchend durch die Wälder gehen."

Darüber hinaus könnten achtlos weggeworfene Flaschen und Scherben ebenfalls für Gefahr sorgen – ein Beispiel hierfür lieferte der Brand am Montagnachmittag am Villinger Warenberg (wir haben berichtet).

Dabei hatte sich Stroh in einer Rundballenpresse entzündet – wobei das Feuer nicht nur die Maschine zerstörte, sondern zugleich 5000 Quadratmeter Acker in Brand setzte. Nur dem umsichtigen Handeln des Landwirts war dabei zu verdanken, dass nicht noch größerer Schaden entstand. "So ein Brand kann durchaus von einer Scherbe ausgelöst worden sein", bestätigt Brauner die Vermutungen des Landwirts. Denn: "Scherbe können wie Brennglas wirken – das kann dann ganz schnell gehen."

Abgesehen von teilweise liegen gelassenem Unrat oder Scherben, beispielsweise auch im Schwenninger Natzental, oder den im Wald qualmenden Spaziergängern, freut sich Roland Brauner aber über das meist umsichtige Verhalten von Waldbesuchern. "Manche rufen hier auch an und fragen, was sie dürfen und was nicht." Beispielsweise ­seien die Verantwortlichen eines Feldlagerplatzes auf das Forstamt zugekommen, um das richtige Verhalten angesichts der derzeitigen Gefahren abzuklären.

Grundsätzlich, so berichtet der stellvertretende Forstamtsleiter, habe man bei den städtischen Wäldern hinsichtlich der Waldbrandgefahr aber noch Glück. Das hänge auch damit zusammen, dass hier insbesondere Fichten wachsen. "In Kiefer-Gegenden hält der Boden nicht viel Wasser, insofern kommen uns der Waldbau und die Baumartenwahl in unseren Wäldern entgegen."

Trotzdem: In Villingen-Schwenningen wünschen sich die Forstwirte ebenfalls Regen, auch mit Blick auf die verschärfte Problematik mit Schädlingen wie Borkenkäfern. Um insgesamt für Entspannung zu sorgen, müsse es kräftig regnen, ein Schauer reiche hierfür aber nicht aus. "Das Problem ist auch, dass es selbst bei uns derzeit gar nicht mehr abkühlt." Für ihn eine Auswirkung des Klimawandels, "das war früher schon noch anders".

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