Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart, und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 13 Folge dieser Serie geht es um letz, Lette, läb, räß: "letz" ist ein häufig gebrauchtes Wort. Eigentlich ist damit "links" gemeint, aber auch verkehrt, falsch, unrichtig, widrig, verquer.

Es kann aber auch ein Gegenstand oder Mensch so bezeichnet werden. "Für des Wetter isch des aber de letze Kittel!"

"Do ischer aber a de Letze kumme!" "Oha letz!, Oh letz am Bändel, do bin ich jo ganz letz dra!". Wer morgens mit em "letze" Fueß ufstoht, der isch de ganz Dag "letz" dra! Wer etwas falsch macht, "der hät d Finger am letze Loch!"

"Lette", beziehungsweise "Ledde" ist Tonerde, schwerer Lehmboden, toniger Mergel, auf der Baar auch Loe genannt. Die Unterbaldinger nannte man darum ­"Loeschiibel" was soviel wie "Lehmklumpen" bedeutet.

"läb" bedeutet soviel wie ­"liis", also fade gesalzen. Das Gegenteil ist "räß", also ­pikant.