Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Vilinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 31. Folge dieser Serie geht es um Stäge, Staffel, Stapfle und Stiege.

Eine Stäge ist eine Treppe mit Stapfle oder Staffle, also Stufen, die hinauf oder hinunter führen. Die einzelne, zum Beispiel am Hauseingang, ist eine Staffel oder Stapfel. Mit Stiege wird meist eine sehr steile oder schmale Treppe bezeichnet.

Als Stägehuus beziehungsweise Stiegehuus ist eine Treppe mit geschlossenem Geländer gemeint. In den alten Schwarzwaldhäusern führt meist solch ein Stiegehuuus hinter dem Kachelofen von der Stube, also dem Wohnzimmer zur Schlofkammer hinauf und dient somit gleich als Heizung.

Wortspiel: Wenn zum Beispiel in Villingen zwei Personen an der Treppe stehen, eine oben, eine unten, dann kann sich folgender Dialog entwickeln. "Ich bi obe, Kunnsch ruf? Nei, wa soll ich dobe, ich kumm nit nuf, kumm du doch rab! Guet, ich kumm nab!"

In Donaueschingen hieße das dann ungefähr so: Kunnsch uffi? Nei, wo soll ich dert, ich gang nit uffi, kumm di doch abi! Guet, ich kumm abi!