Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke. In der 17. Folge dieser Serie geht es um Dribl, drille, drimmlig, dribiliere, Miggi, Durosedde.

Ein Dribl ist eine Kurbel an der man drille, drehen kann. Wenn jemand dazu dribiliert, drängelt oder zur Eile mahnt, kann es einem dabei auch mal dridrimmlig, schwindlig werden.

So ein Dribl befindet sich zum Beispiel an einer Miggi, einer Wagenbremse zum Beispiel am Pferde-, oder Ochsenfuhrwerk.

Der sie zu bedienen hat, sitzt dabei uf em Schnäbberle, dem Brettende am Leiter­wagen, damit er schnell genug parat ist, falls das Fahrzeug zu schnell wird und aus der Fuhre, der Ladung, eine Durosedde wird.

Sollte es sich um einen Haiwage, einen Heuwagen handeln, dann könnte so das ganz Gschirr, also Furgge, Sägis, Schwadereche, Wiesboom, Soel, eben alle Utensilien, die man zur Haibet, zur Heuernte braucht, durcheinander geraten.

Dies wären somit Heugabel, Sense, Nachziehrechen sowie Balken und Seil zur Sicherung der ganzen Ladung.

Eine Durosedde kann aber auch in einem Fadegräddle, einem Nähkorb sein oder im Riddikül, also Reticule, Beuteltasche oder Pompadur, wie ihn die Alte Jungfere gern dabei haben.