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Villingen-Schwenningen Weiter Skepsis gegenüber Mehrwertsteuersenkung

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Die Mehrwertsteuersenkung sorgt bei einigen Händlern für Frust. (Symbolbild) Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Die Mehrwertsteuer ist gesunken, die Laune bei einigen Dienstleistern, Betriebs- oder Ladeninhabern auch. Die einen klagen über technische Probleme bei der Umstellung, andere zweifeln erheblich an der Wirkung der Senkung.

Probleme bei der Umstellung

Die Mehrwertsteuersenkung war keinen Tag alt, als es über die sozialen  Netzwerke bereits ein verärgertes Echo gab. Das Update habe das Programm und damit den gesamten Betrieb lahmgelegt, hieß es da unter anderem.  Man habe einen "Haufen Geld" bezahlt, und "dann ging nichts mehr". Die Reaktion eines Rechtsanwaltes aus VS war mit einem  Wort zu umschreiben: "Stinkesauer."

Verärgerung und Frust gab es zwar nicht quer durch die Reihen. Doch auch die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg (IHK) hat von ihren Mitgliedsunternehmen mitbekommen, dass es immer wieder technische Probleme bei der Umstellung gegeben habe. Für Wolf-Dieter Bauer, Geschäftsbereichsleiter Recht und Steuer bei der IHK, auch nicht sonderlich überraschend:  "Man hatte ja nicht einmal eine Woche Zeit zur Umsetzung",  spielte Bauer auf die äußerst knappe Zeitspanne zwischen  Verabschiedung der Regelung und  dem Stichtag 1. Juli an, seitdem die Steuersenkung gilt.   

Zeitraum zu knapp

Knappes Zeitfenster, dazu noch eine erhöhte Nachfrage der Betroffenen und ein entsprechend  stark geforderter Kundensupport birgen Zündstoff. "Der Aufwand ist wirklich enorm groß." Zu groß angesichts einer doch kurzen Zeitdauer?  "Die Wirkungszeit ist eindeutig zu kurz", kritisiert nicht nur Bauer, dass die Mehrwertsteuer-Senkung gerade mal ein halbes Jahr greifen soll, bis zum 31. Dezember.

Nach wie vor Einbußen

Die generelle Frage, die sich nicht nur Wolf-Dieter Bauer von der IHK stellt: "Wie viele geben die Mehrwertsteuersenkung überhaupt an ihre Kunden weiter?"  Für Gila ­Aberle,  Inhaberin von vier Boutiquen in VS, gibt es dazu eine deutliche Ansage.  In der Modebranche  biete die Steuersenkung nur wenig Kaufanreiz.  Zudem "kämpfen wir noch um unsere Existenz", bringt sie die Folgen des  monatelangen Lockdown durch die Corona-Krise ins Spiel. Die Lust am Shoppen sei nach wie vor nicht groß, entsprechend hoch die Umsatzeinbußen. "Wir nehmen die drei Prozent weniger Mehrwertsteuer dann als kleine Unterstützung für uns Einzelhändler", zumal es sich bei einer möglichen Ersparnis meist ohnehin nur um ein paar wenige Euro handle, rechnet die Geschäftsfrau aus Villingen vor.  

Petra Schlitt-Kuhnt,  Pressesprecherin der Handwerkskammer Konstanz, formuliert es so: "Je hochpreisiger der Artikel, je genehmer", oder in anderen  Worten gesagt, der Wirkungsgrad  sei sehr branchenabhängig. Und wie sieht es in jenen Branchen aus,  wo ordentlich gespart werden könnte beim Kauf? "Nach wie vor ist das Kaufverhalten verhalten", beobachtet Andreas Beck vom Autohaus Bachmann in Villingen. Mit einem Riesenansturm rechnet er sowieso nicht, nicht in den nächsten Tagen und auch nicht in den kommenden  Monaten.  Auch Beck hat aus diversen Branchen mitbekommen, dass wegen der Umstellung bei manchen Betrieben eine Woche lang das Computersystem gesperrt gewesen sei.    

Rabattschlachten kommen

Jürgen Müller, Geschäftsführer  von Sport Müller in Schwenningen, ist vorsichtig mit seinen Prognosen. "Wir müssen die nächsten Wochen und Monate abwarten." Doch von einem großen Kaufanreiz-Coup will auch der Geschäftsführer nicht sprechen. Seine Skepsis begründet er auch mit einem anderen Corona-Effekt: Die Lager seien voll und der  Handel  stehe so vor großen Rabattschlachten.

Expertenrat gefragt

Die Mehrwertsteuersenkung ist auch andernorts das beherrschende Thema. Die Steuerberatungsbüros beschäftigen sich intensiv mit der Senkung, Fortbildung und deutlich mehr Beratungen stehen  auf dem Terminplan. Probleme bereiten vor allem komplexe Rechnungen,  bei verschiedenen  Teilleistungen zu unterschiedlichen  Daten,  vor oder nach  der Senkung der Mehrwertsteuer, spricht ein Steuerberater aus VS das komplexe Thema an. Entsprechend hoch sei  der Informationsbedarf gerade aus der Bauwirtschaft.  Der Experte kann nur einen Rat geben: Lieber vor dem Schreiben einer Rechnung Rücksprache mit einem Fachmann halten, bevor es Beschwerden gebe.

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