Die Musik wird auch dieses Jahr wieder auf dem Weihnachtsmarkt in Villingen und Schwenningen fehlen. Wir haben bei der Gema nachgefragt, die zu den Kosten Stellung genommen hat. Foto: Archiv

Weihnachtsmarkt muss ohne Musik auskommen. Gema nimmt Stellung zu den Kosten.

Villingen-Schwenningen - Weihnachtsmarkt ohne Musik? In Villingen und Schwenningen müssen sich die Besucher daran wohl gewöhnen. Denn dem Veranstalter Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH sind die Gema-Gebühren, die für das Abspielen von Weihnachtsliedern anfallen würden, zu hoch. Sehr zum Entsetzen der Facebook-Nutzer, von denen einige sogar ankündigten, den Weihnachtsmarkt nun nicht besuchen zu wollen.

Gabriele Schilcher, Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Gema, hat Verständnis für beide Seiten. "Es ist eine schwierige Sache", gibt sie zu. "Viele Leute denken es ist ja Weihnachten, warum kann die Musik da nicht kostenlos sein? Aber das geht nicht. Die Urheber haben ja auch dafür gearbeitet und brauchen ihr Geld." Aber das sei - gerade in der Weihnachtszeit - schwer zu vermitteln. Zumal viele skeptisch gegenüber der Gema sind. So wie "Dr. Motte", Techno-DJ und einst Mitbegründer der Loveparade. Er teilte sogar aus Berlin via Twitter den Artikel über die fehlende Musik beim Weihnachtsmarkt in der Doppelstadt und kritisierte: "In der Regel kommen Gema-Gebühren nicht beim Künstler an, sondern verschwinden im inneren System."

Geldwerter Vorteil

"Die Verwaltungskosten der Gema liegen bei durchschnittlich 15 Prozent", erwidert Schilcher auf diesen Vorwurf. "Die Gema ist ein Verein und darf keinen Gewinn machen, das heißt alle Einnahmen abzüglich der genannten 15 Prozent gehen an die berechtigten Komponisten, Textdichter und Verleger." Und das als Treuhänderin der Musikurheber sogar unter staatlicher Aufsicht. Das könne man auch alles im Geschäftsbericht, den man auf der Homepage der Gema einsehen kann, nachlesen. Der "ausführende Künstler" , also zum Beispiel Sänger oder Tänzer bekommt sein Geld nicht direkt von der Gema, sondern von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL). Um das ganze Verfahren einfacher zu gestalten, zahlt der Nutzer der Musik, beziehungsweise der Veranstalter, einen Betrag an die Gema und diese leitet den entsprechenden Betrag an die GVL weiter.

Dass die Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH lieber auf Weihnachtsmusik verzichtet, anstatt die Gebühren zu bezahlen, findet die Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit schade. "Beim Weihnachtsmarkt kostet alles Geld - die Stände, der Strom, die Toiletten - aber die Musik soll kostenlos sein", wundert sie sich. Die Gema ziehe unter anderem die Fläche des Weihnachtsmarktes für ihre Kostenberechnungen zugrunde. Und die ist - bei zwei Märkten in Villingen und in Schwenningen nun mal nicht ganz klein. Die Weihnachtslieder seien aber nicht nur schön, betont Schilcher, sondern brächten auch einen geldwerten Vorteil - nämlich wenn die Besucher durch die gute Stimmung länger auf dem Markt verweilen.

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