Der Jugend- und Elternverein Schwarzwald Baar lud zur "Teatime" ein, und viele deutsche und türkische Frauen kamen. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Verein will Deutsche und Türken einander näher bringen

Villingen-Schwenningen (bn). Vor mehr als 50 Jahren kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland. Viele sind geblieben und haben sich integriert, doch noch immer herrschen Vorurteile und Missverständnisse zwischen Deutschen und Türken. Der Jugend- und Elternverein Schwarzwald-Baar (JES) will helfen, sie abzubauen.

Der seit 1992 bestehende Verein ist zugleich Dachorganisation der beiden Prisma-Bildungseinrichtungen in Singen und Schwenningen. Nachhilfe, Sprachunterricht und Elternseminare sollen zur Integration beitragen. Doch der Verein tut noch mehr. In Schwenningen trafen sich jetzt türkische und deutsche Frauen zur "Teatime". Diesmal standen die Lebensgeschichten türkischer Einwanderer im Mittelpunkt. Mehr als 800 000 sind seit 1961 eingereist. Einst von der Bundesrepublik als Arbeitskräfte angeworben, müssen sie sich inzwischen Vorwürfe à la Sarazzin anhören.

Das will JES verhindern. Regelmäßig wolle man sich zusammensetzen und Probleme besprechen, sagen Emine Sems und Hanife Yazici, zwei von fünf hiesigen Organisatorinnen. Die türkischstämmigen Ehrenamtlichen – zum Teil hier geboren und aufgewachsen – haben sich das "miteinander Leben" zum Ziel gesetzt. "Bildung und Erziehung sind die wichtigsten Faktoren für das friedliche Miteinander in einer Gesellschaft". Berührungsängste müssen abgebaut, Missverständnisse ausgeräumt werden, finden die Frauen. So gelte es in der Türkei als üblich, in Deutschland aber als unhöflich, sich zur Begrüßung nicht die Hände zu schütteln oder sich im Gespräch nicht direkt in die Augen zu schauen, sagt Hanife Yazici.

Zu den unregelmäßigen Treffen – mal zum Frühstück, mal zur Kaffeezeit, die nächsten zum internationalen Frauentag am 8. März und zum Muttertag – sind deshalb sowohl deutsche als auch türkische Frauen eingeladen. "Uns liegt etwas am Dialog", betont Ersoy Gülderen.

Erika Klingenberg aus Schwenningen ist immer dabei. Sie hat die Türkei schon als Urlaubsland kennengelernt und interessiert sich für die fremde Kultur. Hier treffe sie auf "lauter nette Frauen" und "das Essen ist immer lecker".

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