Sie sind wunderfitzig und kommen daher gerne an den Zaun, die Tiere im Gehege. Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: Ein Ausflug zum Wildgehege Salvest kombiniert Wissenswertes mit Freude

Draußen, aber längst nicht nur eine Schön-Wetter-Empfehlung ist ein Ausflug zum Tiergehege Salvest in Villingen.

Villingen-Schwenningen. Für kurze Beine ist der Spaziergang vom Wander-Parkplatz, direkt an der Straße zwischen Villingen und Unterkirnach gelegen, hinauf zum Wildgehege wie geschaffen. Der Waldweg ist gut befestigt und auch mit Kinderwagen oder dem Laufrad begehbar und führt nach knapp mehr als einem Kilometer auf direktem Weg zum Wildgehege. Dank kleiner Pfade durch das Waldgebiet aber machen selbst wanderfaule Kinder rasch ein paar Meter mehr an Distanz, kraxeln über Baumwurzeln oder kleine Felsen, und sind, ehe sie sich’s versehen, auch schon am Ziel angekommen.

Das Damwild steht meist schon da und wartet. Füttern mit Mitgebrachtem ist zwar untersagt, ein paar saftige Grashalme zupfen die Rehe den Besuchern aber dankbar durch den Zaun aus der Hand.

Am Gehege entlang bietet sich die nächste Etappe des Familienausflugs an. Auf einer großen Tafel klärt das Forstamt fachgerecht über das Damwild auf, seinen Lebensraum, Besonderheiten und Nahrungsmittel der Tiere und ihre Fortpflanzung – und auch mit dem kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Damwild, Rehwild und Rotwild wird aufgeräumt. Besonders interessant ist ein Vor-Ort-Vergleich des Damwild-Hirschgeweihs. Anschaulich ist auf einer Tafel erläutert, wie ein Spießer aussieht, wie ein Knieper und wie ein Löffler – ob wohl alle Entwicklungsstadien im Gehege zu entdecken sind?

Angelegt wurde das Damwildgehege zwischen Villingen und Unterkirnach bereits 1962 vom städtischen Forstamt. Die Tiere, welche bis zu 90 Kilogramm schwer und zwölf bis 15 Jahre alt werden können, fühlen sich in dem Gatter sichtlich wohl. Und auch die Fauna floriert.

Beim Rundgang um das Gehege erfahren die Besucher von Tafeln an einer Art Waldlehrpfad Wissenswertes zu den hier gepflanzten Baumarten. und den Einsatzzwecken des Holzes. Gleich nebenan eine weitere Besonderheit: eine Orchideenwiese. Das Betreten der Wiese ist untersagt, dass Pflücken der Orchideen natürlich ebenso.

Wer möchte, kann auch ein Stück weit dem Geschichtspfad Unterkirnach folgen, der dort langläuft und insgesamt 11,3 Kilometer lang ist – ein Rundwanderweg auf den Spuren der Geschichte in Unterkirnach – am Salvest soll der Landwirt Jacob Blessing ein "Taglöhnergütle" gebaut haben, habe sein Sohn Carl Blessing das erste Schwarzwälder Orchestrion geschaffen und soll auch Carls Ehefrau Gertrud im Alter von 78 Jahren im Jahre 1843 ermordet worden sein.

Mit so viel Schwermut räumt hier jedoch rasch der Spaßfaktor auf: Die große Holzlokomotive, ein Karussell, ein "Wikingerschiff" aus Holz, ein Balancier-Baumstamm und ein Barfußpfad machen den Spielplatz am Salvest zum Höhepunkt der Tour für die Kinder.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Üblicherweise präsentieren wir Ihnen auf der Termine-Seite Anregungen zur Freizeitgestaltung. Wir legen Ihnen den Besuch von Bädern, Kinos, Museen, Ausstellungen und sonstigen Freizeiteinrichtungen ans Herz. Doch viele dieser Attraktionen bleiben wegen der Corona-Pandemie vorerst geschlossen. Fortan geben wir Ihnen hier nun Anregungen, wie Sie die nächste Zeit trotzdem kurzweilig verbringen können – am besten alleine und mit Abstand.