Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der neunten Folge dieser neuen Serie geht es um ­Soapfe, Soapfesiieder, Megser, Hoorschnieder, Soaler.

Die Bezeichnung "Soapfe" kennt man hier jedenfalls aus einem Fasnetlied: "...un wer nit ka Soapfe schriebe…"

Für Seife, also "Soapfe" brauchten "Soapfesiieder" verschiedenste Ingredienzen. Talg von Schlachttieren zum Beispiel bekamen sie dabei vom "Megser", dem Metzger.

Es mag etwas "kowäs", schräg wirken, dass die ­"Soapfesiieder", aber auch die "soaler" und die "Hoorschnieder" oder "Babiere" in der Metzgerzunft integriert waren. Dies war aber notwendig, da sie voneinander abhängig waren. Auch der "Soeler", der Seiler, brauchte Talg, der Barbier wiederum brauchte Seife. So war gesichert, dass keiner in seinem Gewerbe übervorteilt wurde.

Da sich bei der Herstellung, vor allem beim Sieden der Seifenlauge, ein besonders unangenehmes "Gschmäckle" entwickelte, wurden "Soapfe­siider" wie auch Gerber und Färber jeweils nur am Stadtrand geduldet.

Sprüchle: "Gang, hilf mir mol die Zoane voll Soapfe die Loatere nuf schloapfe! Hilf bitte den Korb voller Seife die Leiter hinauf tragen."