Mundart: Bärbel Brüderle erklärt Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 46. Folge dieser Serie geht es um den Menschen von Kopf bis Fuß in der Sprache unserer Gegend.

Der Grind, spöttisch auch Moschtepfel genannt, ist der Kopf mit verschiedenen wichtigen Teilen. Als da wären einmal "d’ Hoor, de Zinke, ’s Muul und d’ Backe", also die Haare, die Nase, der Mund und die Wangen. Diese heißen auch schon mal Lotzbacke, sofern sie etwas schlaff oder auch feißt sind.

Der Mund heißt abwertend auch "Gosch", was dann aber bei "Goschehobel", der Mundharmonika, eher liebenswert, drollig klingt.

Abwärts nach hinten folgt dann ’s Gnick, de Buckel, auch Rucke, d’ Huft und ’s Fiddle. Der Nacken, der Rücken die Hüfte und das Gesäß.

Seitwärts sind d’ Ärm mit Axel dies gilt oben wie unten, d’ Doope mit Dumme und Griffel. Also Arme mit Schulter und Achselhöhle, Hände, Daumen und Finger.

Vorne ist der "Buuch oder auch Ranze", also der Bauch. Weiter abwärts hat der Alemanne nur noch d’ Füeß, denn die Beine reichen bei ihm vom Gesäß bis zum Boden.

Beim Bruch eines Beinknochens hieße die Diagnose dann etwa er hät de Fueß ab!

Noch ein Rätsel: Hät zwei Fliggel, ka nit fliege, hät en Rucke, ka nit liege, hät e Bei un ka nit stau, nu ’s Nasewasser laufe lau!"