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Villingen-Schwenningen Von der Heilkraft des Wassers

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Vielleicht ist das der beschauliche Rest des ehemaligen Quells aus dem Hubenloch, der im Franziskanergarten beim Elisabethen-Turm gefasst ist, die "hubil lôh"-Quelle ist längst versiegt. Foto: Bräun Foto: Schwarzwälder Bote

Villingens Hubenloch ist seit Jahrzehnten das Naherholungsgebiet par excellence und erfreut sich auch mit Rosengarten, Spiel- und Bolzplatz größter Beliebtheit. Doch fällt dann in diesen Tagen schon mal auf, dass einzelne Bäume zur Südseite wohl deutlich unter Trockenstress leiden, so dass auch Lärchen kaum noch Nadeln zeigen.

VS-Villingen. Das Hubenloch, erstmals erwähnt 1320, war für 300 Jahre ein gut bewaldeter Hügel. Selbst eine Quelle sprudelte aus dem "hubil lôh" hervor, erstmals 1525 erwähnt, und ergoss ihr Wässerchen in eine gefasste Brunnenstube vor dem Riettor und dann in ein damaliges Badhaus, dem Neuen Bad. Einst lag es auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsschule bei der Spedition Emos und dem Kesslerschen-Getränkehandel ("Drei-Haupt-Kerle"), auf dem heute neben dem Theater am Ring in der Neuzeit das Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) steht. Zu Quelle und Bad notierte Abt Gaisser in seinem Tagebuch für den 13. Mai 1632: "Gehe aus zur Besichtigung des Heilbades vor der Stadt und zur Erkundung, wann die Stadtbewohner es zu besuchen beginnen würden, da ich glaube, dass auch dasselbe benützen könne."

Das Wasser der Quelle galt im Mittelalter gar als heilkräftig und wurde mittels einer Deichel-Leitung durch die Stadtmauer und den Franziskanergarten zum Gasthaus Bad in dessen Badstube im Riet geführt (1540), die Franziskaner forderten ein Wasserrecht ein. Abt Gaisser notiert ein Jahr nach seiner Bad-Entdeckung 1633: "Es liegt da ein Hügel, der … ein Heilwasser, gesund gegen Krätze und andere ­Leibesbeschwerden, hervorsprudeln lässt." Und auch im Merian von 1643 ist über Villingen erwähnt: "…so ist hier ein lustig Bad, das zu den müden Gliedern sehr Nutz ist, die Flüss auftrockner (?) und dem Magen dienet." Wohl jenes Heilbad, das auch Abt Gaiser beschreibt.

Für den früheren Oberforstdirektor Ulrich Rodenwaldt war 1976 durchaus denkbar, dass es sich beim Hubenloch-Wasser um eine Schwefelquelle gehandelt haben könnte, und er nennt auch die mögliche chemische ­Verbindung fürs einstige ­hydrologische Hubenloch­Gebiet mit Gipsvorkommen: ­CaSO2·2H2O. Daher wohl auch der Name Kalkofen in direkter Nachbarschaft.

Wenn die Chronisten ihrer Pflicht genügten, dann wird das Neue Bad vor dem Riettor bis 1794 benutzt, denn das Hochwohllöbliche Landespräsidium verlangte vom Magistrat der Stadt, seiner Exzellenz Feldmarschall-Leutnant von Staaden zu berichten, ob das dahier befindliche Schwefelbad dem dahier verlegten K.u.K-Krankenspital bei nötigen Erfordernissen überlassen werden könne. Die zugehörige Stellungnahme des Rates ist untergegangen, wohl aber ist überliefert, dass das zweite Badhaus in der Rietgasse an der Ecke Badgasse bis Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

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