Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den heimischen Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 29. Folge dieser Serie geht es um se, sell, selli, Selle, Seller und sellmols.

Diesen Ausdruck "se", den hört man kaum noch. Man sagte es zu einer Übergabe.

Zum Johrmärt bekam man eventuell von den Großeltern etwas Hiddelisgeld mit den Worten: "Se, do häsch eweng Minz zum Karussell fahre, oder e Krämle kaufe!"

Das Wort "sell" findet häufige Verwendung, zum Beispiel sell kasch denke, sell isch wohr, sell ka ich bruche und das heißt das kannst du dir denken, das ist wahr, das kann ich brauchen.

Sell isch hi, sell kasch furtwerfe, was heißt das ist kaputt, das kann auf den Müll.

Für eine Menge oder auch einen Zustand steht "selli". Des isch jo selli viel, oder des isch aber selli guet. Mit Selle und Seller sind Personen gemeint, aber auch feminine und maskuline Gegenstände.

Ein hiesiger Spruch wird auswärtigen Personen gern zum Nachahmen vorgesagt: Schellet si nit a sellere Schelle, selle Schelle schellet nit, schellet si a sellere Schelle, selle Schelle schellt.

Übersetzt: Läuten sie nicht an dieser Klingel, diese Klingel läutet nicht, läuten sie an der anderen Klingel, jene Klingel funktioniert.

Will man ein vergangenes Ereignis schildern, so sagt man "sellmols", für einst oder ehemals.