Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.In der 25. Folge dieser Serie geht es um Wörter rund ums Haus.

In einem Haus hat es, vom Keller bis zum Dachstuhl, verschieden genutzte Räume. Ganz unten ist der Käer, der Keller, als Lager für Vorrat, zum Beispiel Herdepfel, Iigmachts, Epfel, Rüebe, aber au Kolle oder Gschiirr, also auf Hochdeutsch Kartoffeln, Konserven, Äpfel, Rüben, Kohlen oder Arbeitsgeräte für Haus und Garten.

Zur Huusdirre nii, Haustüre hinein, kommt man in d’ Huusere (sprich Huus eehre), den Hausgang. Es gibt eine Kuchi, e Stubbe, Schlofkammer, de Abtritt, eventuell en Alkofe oder e Speis un e Badzimmer, e Stegehuus un e Obbede. Also, eine Küche, ein Wohn- und ein Schlafzimmer, das Klo, sowie eventuell eine Bettnische oder eine Speisekammer ohne Fenster zwischen Wohnstube und Küche, das Treppenhaus und den Speicher.

Ein Badezimmer war in den kleinen, alten Häusern der Innenstadt reiner Luxus. Meist hatte man eine mobile Zinkbadewanne für das Familienbad am Samstagabend.

An de Gwänd im Erdgeschoss gibt es eventuell e Grähms (auch Grims), also an der Fenstereinfassung gibt es ein geschmiedetes Gitter als Schutz. Am Dachstuhl sind die Guck ere, die Gauben, somit kann zum Beispiel Brennholz leichter auf den Speicher transportiert werden.

Viele Häuser haben auch einen Uusstoß, einen Erker. Hans Hauser meinte dazu: Me isch dehom und gruebet us. Und ’s kunnt oem anneweag nint us. Heißt: Man ruht sich zu Hause aus und kann doch alles beobachten.