Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart, und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der 14. Folge dieser Serie geht es um bschnotte, kääb, giizig, gifitzig.

Mit "bschnotte" meint man hier beschnitten, etwas ist knapp, spärlich, kaum vorhanden. Es kann sich dabei um finanzielle, existenzielle oder auch geistige Bedürfnisse handeln. Ein anderes Wort dafür ist "kääb".

Damit ist aber auch gemeint etwas ist zu eng, ein Spalt, durch den man sich durchzwängen muss.

Auch Geiz meint man damit. "Der isch aber kääb, der hät koni Spendierhose a!" Er isch "giizig".

Das ist auch ein beliebtes Wort an der Fasnet, das kennen schon die kleinsten Kinder: "Giizig, giizig, giizig isch …… des "Mäschgerle!", un wenn es nit so giizig wär, no gäb es au en ›Malzer‹ her!" Mit "Malzer", auch "Gutzle" ist ein Bonbon gemeint.

Böse Zungen behaupten ja, der Narro (Hansel) hätte eh nur zwei Malzer dabei: "Oener zum her zeige un oener zum selber lutsche".

Disput zwischen zum Beispiel em Narro und em Bettelkind: "Du Maschgere, uf dem Malzer stoht aber ›nimm 2‹ druf!" "So, un wa wotsch do noch?, des hoeßt no lang nit, ›gib2‹, verschtosch?"

Das Wort "gifitzig" bedeutet hier einerseits "neidisch", aber auch "zornig".