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Villingen-Schwenningen Vom Ernten in vergangenen Zeiten

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Ein technologischer Fortschritt ist der Bindemäher, mit dem die Traktorfreunde und Stallhocker beim historischen Feldtag in Weigheim die Getreideernte in den 1950er-Jahren auf der Ostbaar demonstrieren. Das Publikum verfolgt interessiert die Vorführungen. Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Volltreffer war der erste historische Feldtag, den die Traktorfreunde und Stallhocker in Weigheim auf die Beine stellten. Auf einem Feld oberhalb der Autobahn und an der Kreisgrenze nach Tuttlingen entführten sie in die Zeit der Landwirtschaft der 1950er-Jahre.

VS-Weigheim. Siegfried Uhl, Jochen Schlenker und ihr Team an engagierten Helfern organisierten den Tag, der unabhängig von der Resonanz des Publikums auf jeden Fall über die Bühne gegangen wäre. "Wir sind passionierte Sammler alter landwirtschaftlicher Geräte, insbesondere Traktoren haben es uns angetan", erzählt Uhl, der als einzigen Hinderungsgrund regnerisches Wetter nannte. "Wenn der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides 15 Prozent übersteigt, ist eine Ernte unmöglich".

Doch an diesem Samstag passte einfach alles zusammen. Bei nicht zu nassem und auch nicht zu warmem Wetter versammelten sich die Helfer zur besten Mittagszeit, um in drei Epochen zu demonstrieren, mit welcher Arbeitskraft und mit welchem Zeitaufwand die Landwirtschaft der damaligen Zeit funktionierte. Rasch kristallisierte sich heraus, dass Teamwork vieler Menschen für eine erfolgreiche Ernte gefordert war und die Landwirtschaft von damals auf zwischenmenschlicher Ebene nicht sehr viel zu tun hat mit der Agrarwirtschaft der heutigen Zeit.

Anders sieht es aus bezüglich der Arbeitsvorgänge, bei denen die manuelle Arbeit zwar nach und nach in den Hintergrund rückte, die Technologie von damals jedoch der heutigen ähnelte. Die hochtechnisierte Weiterentwicklung der Arbeitsgeräte führte kontinuierlich zu effektiveren Ernteerträgen, die gegenseitige Unterstützung wird in den Hintergrund gedrängt. Während immer mehr Zuschauer auf dem Veranstaltungsgelände eingetroffen waren, füllte sich auch das von der Heimat- und Trachtengruppe bewirtete Festzelt, in dem es neben einem Speckvesper auch Most auf Spendenbasis gab. Dass auch Bier und Wein auf den Tisch kamen, entsprach ebenfalls der damaligen Zeit, den schließlich besitzen das Keltern und Brauen ebenfalls eine Jahrhunderte alte Tradition.

Der Trachtengruppe-Vorsitzende Norbert Rapp war rundherum zufrieden mit dem Besucherandrang beim historischen Feldtag, den er als Bereicherung für das Vereinsleben und den sommerlichen Terminkalender von Weigheim bezeichnete. Den Traktorfreunden als neuer Abteilung der Trachtengruppe war es gelungen, ihr lange geplantes Vorhaben umzusetzen und mit dieser Idee parallel die Bevölkerung zu begeistern. Das Programm war in drei chronologische Abschnitte gegliedert, welche die Entwicklung des Erntevorgangs innerhalb von ein bis eineinhalb Jahrzehnten in drei verschiedenen Zeitabschnitten demonstrierte. Alle Vorführungen zeichneten sich durch Helfer aus, die mit ihrer guten Laune und ihrem Enthusiasmus während den Demonstrationen die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zogen.

Den Auftakt machte eine Getreideernte mit Sense und Reff. Frauen, teilweise mit Sense ausgestattet, formten das Getreide manuell zu Bündeln, ehe sie es mit dem Rechen auf einen von einem Traktor gezogenen Leiterwagen stapelten und von dort zur Dreschmaschine brachten. Letztere stammt aus dem Jahr 1943 und war von einem Kramer-Traktor mit Schwungrad angetrieben. Die Ernte war in vollem Gange, als die Helfer nach einer kurzen Pause zum zweiten Erntedurchgang starteten. Da übernahm ein Ableger aus dem Jahr 1930 das Formen des Getreides zu Getreidebündeln. Im dritten Ernteschritt kam ein Bindemäher aus dem Jahr 1953 zum Einsatz, der das Getreide unmittelbar nach dem Mähen bündelt. Die zu sogenannten Hocken senkrecht aufgestapelten Garben transportierten die Helfer mit Gabeln oder per Hand auf den Leiterwagen, auf dem das Getreide wieder zum Dreschen gebracht wurde.

Nach der Ernte pflügten die Traktorfreunde mit Ein-Schar- und Zwei-Schar-Pflügen das Feld, ehe sie eine Egge zur Rekultivierung des Feldes einsetzten. "Als nächster Arbeitsschritt käme nun das Säen neuer Getreidesamen, doch darauf verzichten wir", bemerkte Uhl der darauf hinwies, dass die Traktorfreunde und Stallhocker aus organisatorischen Gründen auch auf den Einsatz von Nutztieren verzichteten. Sie waren zur damaligen Zeit regelmäßig an Stelle der noch nicht für jeden Betrieb erschwinglichen Traktoren zum Einsatz gekommen. Im kommenden Jahr hofft Uhl, beim zweiten historischen Feldtag einen der ersten Mähdrescher zur Ernte einsetzen zu können, dessen Kauf unmittelbar bevorsteht.

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