Mundart: Bärbel Brüderle erklärt den Villinger Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke. In der 70. Folge dieser Serie geht es um Ortsbegriffe.

Mit Biggeliise war eigentlich ein strategischer Mauervorsprung an der äußeren Villinger Ringmauer gemeint, die Form glich einem überdimensionalen Bügeleisen. Heute steht dort das Romäusgymnasium. Später wurde nur noch die entsprechende Ecke an der inneren Stadtmauer so genannt. Die nennt man aber auch Glockehiisle, nach einer ehemaligen Glockengießerei (etwas südlich des Romäusturms).

Café Viereck wird das Gefängnis genannt, nach dem quadratischen Grundriss, aber auch dischparat zur Funktion. Könnte wohl aber, wenn nicht mehr gebraucht, tatsächlich als Erlebnisgastronomie genutzt werden.

Durch das Kanonegässle wurden tatsächlich Geschütze auf die Bastion beim damaligen Clarissenkloster, später St. Ursula, befördert.

Hinter dem Schwalbenhaag, den Hang aufwärts, entstand vor 50 bis 60 Jahren eine neue Siedlung. Durch die, für Villingen ganz neue Bauweise, nur mit Flachdächern, nannte man sie bald nur noch Kleibethlehem.

Der Spittelgarte lange Zeit wirklich ein Nutzgarten, gehörte zum Franziskanerkloster, das später als Heilig-Geist-Spital genutzt wurde.

Weschtbahnhof nennt man das Gebiet vor dem Riettor, vom Theater am Ring, über Schiller-, und Goethe-, bis zur Vöhrenbacher Straße. Ursprünglich war dort die Eisenbahntrasse und der Bahnhof geplant, aber der Raum zwischen Stadtmauer und der Anhöhe Hubeloch war eweng z’ eng.