Geht es nach dem Investor, sollen sich in der Nähe des zukünftigen Möbelriesen XXXLutz, gegenüber von Aldi auf dem Areal des ehemaligen Ford-Autohauses noch Vollsortimenter und Geschäfte ansiedeln. Doch daraus wird wohl nichts – der Technische Ausschuss stellte sich mit Blick auf den Handel in der Innenstadt ganz entscheiden und in seltener Einigkeit gegen diese Pläne. Foto: Eich

Plan für Supermärkte an Wieselsbergstraße abgeschmettert. Investor will rund um Möbelriesen XXXLutz ausbauen.

VS-Villingen - Rund um die neue Stichstraße vom künftigen Möbelriesen XXXLutz zur Bundesstraße 33 soll Villingen ein völlig neues Gesicht bekommen. Geht es nach dem Investor, am liebsten ein Gewinnbringendes: Vollsortimenter wünscht er sich dort. Doch der Technische Ausschuss legte am Dienstag ein striktes Veto ein.

Keine einzige Zustimmung, aber zwölf Gegenstimmen und eine Enthaltung – so deutlich und einstimmig fällt der Gegenwind in Villingen-Schwenningens kommunalpolitischen Gremien selten aus. Doch darin waren sich die Volksvertreter gestern Abend selten einig: Sie wollen keine Konkurrenz an Milan- und Wieselsberg­straße zum Handel in der Innenstadt.

Vorangegangen war der Abstimmung die Vorstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplan, den der Investor angeregt hatte. Sein Plan: Gegenüber von Aldi, auf dem ehemaligen Autohaus-Ford-Areal sollen sich weitere Geschäfte und Supermärkte mit Vollsortiment ansiedeln. Klar, das Gebiet ist neuerdings sehr reizvoll, denn der Möbelriesen XXXLutz verspricht auch XXXL-Kundschaft für die umliegenden Geschäfte. Doch diese Rechnung hatte der Investor ohne den Technischen Ausschuss der Doppelstadt gemacht. "Wir wollen das so nicht", brachte es beispielsweise Andreas Flöß (Freie Wähler) auf den Punkt. Diese Vollsortimenter hätten bekanntlich alles, auch Innenstadt relevante Waren. Statt den Händlern in der City mit solch einer Genehmigung zu schaden und einen "Speckgürtel um die Stadt herum zu legen, wo dann Kaufkraft aus der Stadt abgezogen wird", wolle man sie mit der Ablehnung des Vorhabens lieber stärken.

Geteilter Meinung sei man insgesamt in der CDU in dieser Sache, räumte Dietmar Wildi ein, doch auch er prangerte den Plan an, dort innenstadtrelevante Waren zu verkaufen – ganz abgesehen davon, dass das für teures Geld in Auftrag gegebene Gutachten zum Einzelhandel in VS auch keinen Wert habe, wenn man sich an dessen Empfehlungen am Ende doch nicht halte.

"Wir sehen das auch sehr skeptisch", damit blies Edgar Schurr (SPD) ins selbe Horn. Ohne Zweifel fänden Verdrängungswettbewerbe im Handel statt, "wir wollen keine Gefährdung der Innenstadt". Ebenso auf Gegenkurs: die Grünen. "Wir werden dem nicht zustimmen", pflichtete Helga Baur bei.

Aber wie ist das eigentlich, hat man nicht von dem Besitzer des Areals des Ford-Autohauses einst Fläche benötigt, um die Stichstraße überhaupt bauen zu können? Und waren mit diesem Deal möglicherweise als Gegenleistung Zusagen zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan verbunden? Diese kritischen Fragen brachte während der Sitzung Ernst Reiser (Freie Wähler) auf den Tisch. "Es gab als Gegenleistung den Kaufpreis", stellte Baubürgermeister Detlev Bührer klar. Aber: Es habe natürlich schon entsprechende Bestrebungen seitens des Investors gegeben – gleichwohl habe die Stadt ein solches Versprechen gar nicht geben können.