Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen ein Sanierungsfall?

Von
Wie eng wird es finanziell? 2020 zumindest ist die Lage weniger dramatisch als befürchtet. Sparen ist dennoch angesagt, so der Kämmerer.Foto: © koya979 – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Villingen-Schwenningen. Auch für den Herrn über Villingen-Schwenningens Finanzen, den Kämmerer Hans Kech, war es ein unerwarteter und äußerst warmer Geldsegen, als die Zusage des Landes kam, wonach dieses den Kommunen die Gewerbesteuerausfälle ersetzt. Aufatmen? Ja, auch Kech tat es. Aber trotzdem rät der Kämmerer vor allem zu einem: zum Sparen. Was ist 2021 oder 2022?, stellte er eine für ihn entscheidende Frage in den Raum. Klar: Am Ende sei die Bilanz 2020 nicht ganz so schlimm wie erwartet. Die Eckpfeiler: 26,1 Millionen Euro Corona bedingte Aufwendungen, 18,192 Millionen Euro davon erstattet das Land. 7,9 Millionen Euro Haushaltsdefizit durch Corona stehen unter diesem Strich – unter einem anderen, dem Ergebnishaushalt, stehen 32,9 Millionen Euro Minus. Berücksichtigt ist darin der, so Kech, "gigantische" geplante Haushaltsfehlbetrag von 23 Millionen Euro. Abzüglich der erlassenen hauswirtschaftlichen Sperre in Höhe von zwölf Millionen Euro bleiben immerhin noch 20,9 Millionen Euro, die es einzusparen gelte.

Den Champagner kaltgestellt hat vor diesem Hintergrund auch der Grünen-Fraktionssprecher Joachim von Mirbach nicht – auch wenn den Grünen und der SPD von anderen Fraktionen angesichts ihres Kampfes für Kultureinrichtungen gerne ein lasch gelebter Sparwille vorgeworfen wird. "Wir können nur hoffen, dass es noch besser wird", bekannte von Mirbach.

Auch Bertold Ummenhofer von den Freien Wählern übte sich in Zurückhaltung, meinte aber: "Die Zahlen, die Sie vorgelegt haben, berechtigen doch, kurz, wirklich nur kurz, durchzuschnaufen. Wir wissen aber alle nicht, wie lange diese Krise noch dauert." Der Gemeinderat werde nun immerhin darin bestätigt, "dass es richtig war", im Mai nicht, wie von der Verwaltungsspitze vorgeschlagen, die Freiwilligkeitsleistungen, etwa Zuschüsse für Vereine, stark einzudämmen.

Gar kein Lichtblick waren die neuesten Zahlen hingegen für FDP-Stadtrat Frank Bonath: "Ich bin eigentlich total erschrocken", gab er zu. VS habe ein Defizit von 33 Millionen Euro – "jede andere Aussage halte ich für gefährlich und unseriös". Die zwölf Millionen Euro Haushaltssperre hätten sich nicht in Luft aufgelöst, sondern seien lediglich in die Zukunft verschoben worden. "Ich sehe es wirklich drastisch: Wir als Stadt Villingen-Schwenningen sind ein Sanierungsfall – und wenn nichts passiert, sind wir in zwei Jahren pleite", so Bonaths Standpunkt, der ein schnelles und vor allem umfassendes Umdenken forderte, auch mit Blick auf die Generationengerechtigkeit.

Die Möglichkeit dazu haben alle Stadträte in Kürze, denn: Die Haushaltsberatungen stehen noch aus.

Artikel bewerten
5
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.