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Villingen-Schwenningen Viel Applaus für "Die Spaßmacher"

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Der Filmemacher und seine Akteure vom Kakerlaki Clowntheater: Roland Kurz, als Clown Beppo bekannt, Klaus Peter Karger und Uwe Spille alias Clown Ferdinand. Foto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder Bote

Manchmal kommt das Publikum aus dem Lachen kaum heraus, wenn Beppo und Ferdinand vom "Kakerlaki Clowntheater" ihre Scherze treiben, doch es gibt ebenso nachdenkliche Momente, in denen es um politische Zustände und Lebensentwürfe geht: Eine umjubelte Premiere hat der Dokumentarfilm "Die Spaßmacher" von Klaus Peter Karger gefeiert.

Villingen-Schwenningen. Die Zuschauer, darunter zahlreiche Freunde und Wegbegleiter des Filmemachers und der Akteure Roland Kurz und Uwe Spille, zeigten sich bei der Uraufführung im Kommunalen Kino Guckloch in Villingen begeistert. Vor einem Jahr hatte das Clowntheater das ­30-jähriges Bestehen gefeiert, ein Anlass für Karger, das Duo ein halbes Jahr mit der Kamera bei Gastspielen zu begleiten und in Interviews den Werdegang seiner Protagonisten zu beleuchten. Zudem hat er unveröffentlichtes Archivmaterial bearbeitet, das zurück in die Zeiten des Quartetts "Bungrid, Kurz und Spil le" und des radelnden Straßenzirkusses "Randalini" reicht.

Herausgekommen ist ein 90-minütiger Dokumentarfilm, der von den gemeinsamen Anfängen der beiden in der poltischen Kabarettszene der Friedensbewegung bis zu den Auftritten bei der Sommertournee 2018 erzählt und so ein Stück persönlicher Geschichte vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen widerspiegelt. Karger springt immer wieder zwischen den Zeiten und verwebt all diese Szenen zu einem stimmigen Porträt, das Kurz und Spille durch Einblicke in ihr Privatleben ergänzen.

Duo bringt Kinder seit Jahrzehnten zum Lachen

Ausschnitte aus dem Programm "Heimlich-Unheimlich – Und Gespenster gibt es doch", das es den beiden Clowns besonders angetan hat, ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film. So ist mitzuerleben, dass sie über die Jahre hinweg ihrer Devise treu geblieben sind, mit möglichst wenig Requisiten auszukommen, ebenso, wie sie an ihren Nummern gefeilt haben. Und es zeigt sich, dass sich Kinder über Generationen hinweg über die gleichen Späße amüsieren und mit den beiden mitfiebern – und auch Roland Kurz als Beppo und Uwe Spille als Ferdinand bis heute in ihren Rollen aufgehen. "Clown sein ist keine Frage des Alters" heißt der so passende Untertitel des Films.

Dass Clown sein aber auch seine Schattenseiten hat, geben die beiden offen zu. Da geht es beispielsweise bei Spille um Existenzängste, als freischaffender Künstler überleben zu können. Kurz hingegen findet im Umgang mit Kindern einen Ausgleich zu seinen alltäglichen beruflichen Erfahrungen in der Suchtberatung. Und es gab Momente, in denen die Zusammenarbeit auf der Kippe stand: Drei Jahre hätten sie sich nichts mehr zu sagen gehabt, räumen sie ein. Und dennoch seien sie weiter zusammen auf der Bühne gestanden, denn eine Pause hätte das Ende der Kakerlakis bedeutet, ist sich Kurz sicher. Sie seien eben wie ein altes Ehepaar, weil sie sich ja immerhin seit 38 Jahren kennen. Da gebe es nun mal die üblichen Reibereien, so bei der Frage, wie die Klopapierrolle aufgehängt ist. "Aber inzwischen weiß ich, dass du es nicht absichtlich falsch machst", sagt er mit einem Augenzwinkern. Dieser Witz und die Ironie, mit der die beiden auch sich selbst auf die Schippe nehmen, macht "Die Spaßmacher" so sympathisch.

Sie plaudern auch in der Fragerunde mit dem Publikum munter aus dem Nähkästchen, schildern die Szenen im Tonstudio, als in mehr als 400 Stunden die Kakerlaki-CD mit vielen Liedern entstanden ist, oder berichten von einer belgischen Familie, die ihren Urlaub in Bernau immer nach ihrem Tourneeplan gebucht hat. Ein solcher Fan ist auch unter den Premieregästen: Sie habe die beiden bestimmt 25 Mal gesehen und sei ihnen nachgereist, weil ihr Kind sofort zu den Vorstellungen wollte, sobald es ein Plakat sah. "Ihr seid authentisch, liebevoll und nie verletzend", bringt sie es auf den Punkt.

Rund 150 000 Zuschauer haben Auftritte gesehen

Auf solche Anhänger hofft nun der Filmemacher für seine Dokumentation. Die ersten Spielorte über Villingen hin­aus seien fix, er spreche derzeit Kinobetreiber in den Orten an, in denen die Clowns im Sommer auftreten. Immerhin hätten in den 30 Jahren wohl an die 150 000 Zuschauer die verschiedenen Programme gesehen. Und Karger freut sich über einen weiteren Werbeeffekt: Gerade habe er erfahren, dass die Jury der baden-württembergischen Filmförderung beschlossen hat, "Die Spaßmacher" zu fördern. Dass Karger diesen Film gedreht hat, sei für die Kakerlakis eine einmalige Freude, stellt Kurz fest und lobt die tolle Zusammenarbeit.

Auch beim Publikum kommt der Film bestens an: Er endet mit zusammengeschnittenen Szenen, in denen große wie kleine Zuschauer zum Abschied mitsingen und klatschen. Mit lautem Applaus fallen die Premierengäste ein und feiern noch lange mit Klaus-Peter Karger und den zwei Spaßmachern die gelungene Uraufführung.

Weitere Aufführungen des Films "Die Spaßmacher" sind im Kommunalen Kino Guckloch in der Scheuer in der Kalkofenstraße 3 in Villingen am Dienstag, 9. Juli, und am Freitag, 12. Juli, jeweils ab 17 Uhr und ab 20.15 Uhr sowie am Montag, 15. Juli, und am Freitag, 19. Juli, jeweils ab 20.15 Uhr. Im August und September läuft der Film auch in anderen Kinos in Baden-Württemberg, gerade auch in Orten, in denen sich die beiden Clowns mit ihren Auftritten einen Namen gemacht haben, beispielsweise in Alpirsbach, Freudenstadt, Rottenburg, Schramberg und Triberg. Für weitere Informationen und Reservierungen für die Vorstellungen in Villingen steht das Kinoteam im Internet unter guckloch­kino.de zur Verfügung.

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