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Villingen-Schwenningen Verunreinigtes Wasser: Stadt gibt Tausende Wasserflaschen aus

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Trinkwasser ist ein wertvolles Gut. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen haben wegen einer Verunreinigung des Trinkwassers Tausende Wasserflaschen an betroffene Bürger ausgegeben. Am Samstag und Montag wurden insgesamt 41.500 Liter abgefülltes Wasser abgeholt. Das teilte die Sprecherin der Stadtwerke mit. Vermutlich noch mindestens bis zum 4. September wird das Abkochgebot für Leitungswasser in den von der Verunreinigung betroffenen Gebieten gelten. Ab kommenden Jahr werden die Stadtwerke dann eine ganzjährige Chlorung umsetzen.

Vier Tage, nachdem aufgrund einer Feststellung von coliformen Bakterien ein Abkochgebot für Leitungswasser ausgesprochen wurde, läuft die Desinfektion des betroffenen Wassers auf Hochtouren.

Historie

Bei einem Kunden – nach Informationen unserer Zeitung im AWO-Seniorenheim in Schwenningen – sei die Verunreinigung als erstes entdeckt worden. Anschließend, nachdem sich herausgestellt hatte, dass diese nicht hausintern ihren Ursprung hatte, habe man weitere Proben entnommen. "Wir haben dann von vier auf 18 Probestellen erhöht", berichtet Ulrich Köngeter, Geschäftsführer der SVS, bei einer Pressekonferenz am Montag. Am vergangenen Donnerstag seien laut Tatjana Ritter, Sachgebietsleiterin Trinkwasser und Badewasser beim Gesundheitsamt, die Befunde über die Verunreinigung eingetroffen, "eine Stunde später wurde das Gebot ausgesprochen."

Woher die Verunreinigung genau kommt, ist bislang unklar. Jedenfalls seien in den Leitungen erhöhte Temperaturen festgestellt worden. Vergangenes Jahr habe es in der Tiefe rund neun Grad gehabt, "dieses Jahr waren es rund 20 – eine elegante Temperatur für die Keime", so Köngeter. Dies sei "keine Ausrede, sondern die Folgen des Klimawandels."

Keim

Festgestellt wurden bei der Überprüfung coliforme Keime. "Die kommen in der Umwelt, beispielsweise bei Pflanzen oder in Böden vor", berichtet Jochen Früh, Leiter des Gesundheitsamtes. In den Leitungen würden die Keime einen Biofilm bilden, der normalerweise stabil sei und haften würde. Beispielsweise aufgrund von einer Temperaturerhöhung könne es aber sein, dass sich die Keime unkon­trolliert vermehren. Laut Früh handle es sich um einen so genannten Indikatorkeim, der eine mögliche Verschmutzung des Trinkwassers anzeigt. "Er ist Indiz dafür, dass das ›Schutzschild‹ des Wasser­netzes verloren gegangen ist."

Desinfektion

Die derzeitigen Maßnahmen sieht Ritter, um das Schutzschild widerherzustellen, "wir befinden uns nicht in der Seuchenabwehr." Es würde deshalb auch ausreichen, das Wasser lediglich drei Minuten zu kochen. "Einem gesunden Menschen macht das Wasser nichts aus." Derzeit finde laut SVS-Chef Köngeter in den Hochbehältern zur Desinfizierung eine Chlorung statt. Aufgrund der Ferienzeit habe man aber das Problem, dass weniger Wasser als üblich in den Leitungen zirkuliert. Man sorge deshalb mit Wasserentnahmen in den Großentnahmestellen, dass das Wasser gespült und im Netz verteilt wird, damit das gechlorte Wasser auch im gesamten Netz ankommt. Köngeter: "Das dauert aber ein paar Tage." Erst, wenn bei drei Proben keine Keime mehr festgestellt werden, könne das Gebot aufgehoben werden – dies könne dann voraussichtlich frühestens am 4. September sein. Am Donnerstag erwartet das Gesundheitsamt die Ergebnisse der ersten Probeentnahme nach dem Fund.

Wasserausgabe

Rund 15. 000 Liter Trinkwasser hatten die Stadtwerke allein am Samstag ausgegeben, die tägliche Verteilaktion (siehe Bild) für Betroffene auf dem Gelände der SVS (Halle C) wird zunächst noch bis Freitag, 25. August (15.30 Uhr bis 17 Uhr) laufen.

Folgen

Die Stadtwerke werden als Folge der veränderten Bedingungen aufgrund der hohen Temperaturen in den Leitungen ab 2018 das Leitungswasser generell ganzjährig chloren. Hierzu werden in den Hochbehältern Chlorungsanlagen installiert, "damit wir in den Folgejahren solche Probleme nicht mehr haben", so Köngeter. Eine Folge: Das Wasser wird teurer werden.

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Cornelia Spitz

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