Foto: SMA

SMA bleibt im Konflikt mit Musikrechteverwerter-Gesellschaft chancenlos, beißt aber in "sauren Apfel".

Villingen-Schwenningen - Nach einem Jahr der musikalischen Pause werden die Kinderstimmen und Posaunenchöre wieder rund um das Villinger Münster und In der Muslen in Schwenningen ertönen. Zwar konnte sich der Veranstalter SMA Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH im Streit mit der Gema nicht durchsetzen, will aber auch nicht auf musikalische Darbietungen auf den Weihnachtsmärkten verzichten. "Jetzt zahlen wir eben das, was die Gema verlangt und beißen in den sauren Apfel", sagt SMA-Betriebsleiterin Patricia Leppert zähneknirschend.

Das Thema Gebühren sei für sie aber noch lange nicht vom Tisch und die Diskussionen werden weitergehen, kündigt sie an. Aber nicht mehr für dieses Jahr: Jetzt konzentriere man sich auf die Weihnachtsmärkte, die in beiden Stadtbezirken zwischen dem 25. November und 18. Dezember stattfinden. "Und diese versprechen ein buntes Rahmenprogramm."

71 Aussteller

Die Planung ist zwei Wochen vor Beginn noch nicht ganz abgeschlossen, wie Patricia Leppert gestern bestätigte. Das sei allerdings nichts Ungewöhnliches: "Wir haben bislang 71 Aussteller für den Markt in Villingen, die sich auf die 50 Holzbuden verteilen." Darunter sind vier sogenannte Wechselhütten, welche von Vereinen oder auch Kunsthandwerkern nur tageweise genutzt werden. "In diesen Buden herrscht ein reger Wechsel", erklärt sie.

In Schwenningen werden ab dem 9. Dezember dann 40 Holzbuden in der Fußgängerzone stehen, für die sich bisher 49 Aussteller und Standbetreiber angemeldet haben. "Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass der eine oder andere noch dazu kommen wird – das werden aber keine zehn sein."

Kurze Probephase

Während der Aufbau, der in Villingen am 21. November um 7.30 Uhr beginnt, für die Mitarbeiter der SMA sowie der Schwenninger Firma Holzbau Lauffer Routine sein wird, müssen die Kindergarten- und Musikgruppen, die das Programm mitgestalten, ganz schön klotzen.

"Die Diskussion mit der ­Gema zog sich lange hin. Erst im ­September war endgültig klar, dass wir die Gebühren für dieses Jahr zahlen müssen und werden und konnten dann erst die möglichen Mitwirkenden kontaktieren", schildert Leppert den straffen Zeitplan.

Umso erfreulicher ist für sie, dass zwei Wochen vor Marktbeginn lediglich noch drei Auftrittszeiten unbesetzt sind. Denn wie in der Vergangenheit sind täglich um 15 und um 18 Uhr Programmpunkte geplant. Mit dabei sind unter anderem der Evangelische Posaunenchor aus Villingen, die Kindertagesstätte am Kopsbühl, Tanzgruppen der Turngemeinde Schwenningen und der Theaterclub der Golden-Bühl-Schule.

Die Wiederaufnahme des Rahmenprogramms ist für Patricia Leppert ein wichtiger Schritt, um die Weihnachtsmärkte erfolgreich zu gestalten. Denn in der Größe gibt es keine Luft nach oben. "Beide Standorte, ob Münsterplatz oder Muslen, lassen aufgrund der Platzstruktur nicht mehr Buden zu." Deshalb sei es wichtig, die Märkte attraktiv zu gestalten und dazu gehöre auch weihnachtliche Stimmung. So soll das Verhältnis zwischen Essensangebot und Ausstellern mit etwa 60 zu 40 beibehalten werden. Und auch wenn es schwer sei, Kunsthandwerker zu finden, die meist nur für die Wochenenden Interesse haben, sei das Auffüllen durch kulinarische Angebote keine Option. "Zu viel von allem darf es auch nicht sein", sagt Patricia ­Leppert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: