Helmut Neininger stirbt im Alter von 79 Jahren
VS-Tannheim (wz). Als Vater und Förderer der Tannheimer Heimatstube machte sich Helmut Neininger aus Tannheim in den vergangenen Jahren überörtlich einen guten Namen. Am Samstag verstarb er für alle überraschend im Alter von 79 Jahren. Am 14. Oktober hätte der Ur-Tannheimer und über den Gartenzaun hinausblickende Tannheimer seinen runden Geburtstag feiern können.
Sein Berufsleben fand der gelernte Feinmechaniker in Villingen in der Firma Reinbold. Als Industriemeister ging er in den Ruhestand. Seiner Rosamunde geborene Streit lief er ebenfalls in Villingen über den Weg. Sie heirateten 1960, hatten zwei Kinder, für drei Enkel waren sie gerne Großeltern.
Neben Familie und Beruf hatte er drei große Leidenschaften. Von 1951 bis 1997 war er als Hornist aktiver Musiker in der Musikkapelle Tannheim, brachte über viele Jahre als Jugendausbilder dem Nachwuchs das musikalische Einmaleins bei, war sechs Jahre Vize-Vorsitzender, danach 14 Jahre Schriftführer und anschließend acht Jahre Chronist.
Über 40 Jahre war er passives Mitglied im Akkordeon-Verein, bei den Schützen und im Fußballclub.
Für das Wohl Tannheims engagierte er sich auch zeitlebens politisch. Er war von 1964 bis 1972 Gemeinderat der selbstständigen Gemeinde Tannheim, nach der Eingemeindung nach VS bis 1984 Ortschaftsrat für die Freien Wähler und gleichzeitig Tannheimer Vertreter im Gemeinderat der Gesamtstadt. Für diese Tätigkeit wurde er mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.
Weit über das normale Maß hinaus engagierte er sich für die Heimatstube Tannheim, die er über 20 Jahre lang mit ganzer Kraft und immer neuen Impulsen belebte. Er eignete sich ein profundes Wissen über die Heimatgeschichte der Raumschaft und deren Zusammenhänge an. Das Erzählcafé brachte quasi fast verschüttete Erinnerungen wieder für die Nachfolgenden ans Tageslicht. Das Pauliner-Kloster, der ehemalige fürstliche Weiher zwischen Tannheim und Wolterdingen, der Tannheimer Wald und die Grenzsteine waren Themen, die ihn nicht nur für Projekte in den Räumen der Heimatstube beschäftigten. Keinerlei Verständnis hatte er für das unaufhaltsame zerfallen lassen eines Baudenkmals wie die Burg Zindelstein.
Die Trauerfeier findet am heutigen Mittwoch, 28. Mai, 14 Uhr, in der St. Gallus-Kirche in Tannheim statt.