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Villingen-Schwenningen Unterwegs zur Wasserstoffregion

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Foto: © bluedesign – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Hat der Schwarzwald-Baar-Kreis das Zeug zur Wasserstoffregion? In den Augen des CDU-Landtagsabgeordneten Karl Rombach jedenfalls ist er prädestiniert dafür – denn zwischen Wasserstofftechnologie und Brennstoffzelle gibt es erstaunliche Parallelen.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Auf dem Weg zur Wasserstoffregion solle die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg Chancen und Möglichkeiten der Wasserstofftechnologie für die Region nutzen, dafür wirbt Karl Rombach. Er ist nicht nur CDU-Landtagsabgeordneter, sondern auch Vorsitzender des Verkehrsausschusses und hat ein entsprechendes Arbeitspapier mit auf den Weg gebracht.

"Die Automobilindustrie und der Energiesektor sind in einem grundlegenden Wandel begriffen. Innerhalb des Sektors Mobilität und auch sektorübergreifend (Mobilität und Energie) bestehen vielseitige Wechselwirkungen, die dazu führen, dass eine eindeutige Prognose nicht möglich ist, wie sich in der mittel- bis langfristigen Zukunft Mobilität und Energieversorgung darstellen werden", so Rombach. Zwar gebe es viele und teilweise ganz unterschiedliche Ideen, wie dem begegnet werden soll – eine eindeutige Antwort aber sei aktuell "nicht möglich", meint Rombach. Eine feste Forderung bleibt jedoch: die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in den Bereichen Mobilität und Energie mit dem Ziel des Klimaschutzes.

Sinnvoll sei es, zunächst verschiedene Lösungen zu verfolgen – und zwar gleichrangig. Man müsse Bedingungen schaffen, die den Akteuren das Arbeiten und Forschen für die Lösungsfindung erleichtern. Ein Wissensaustausch unter den Akteuren müsse stattfinden. Und es bedürfe Rahmenbedingungen zu schaffen, "damit die Informationsflut bewältigt werden kann und neues Wissen erlernt und geteilt werden kann". Die Geschwindigkeit beim Aufbau von Wissen werde damit zum kritischen Erfolgsfaktor.

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg verfüge aktuell über eine deutliche Spezialisierung auf den Verbrennungsmotor mit der zusammenhängenden Technologie und den dazu notwendigen erforderlichen Fähigkeiten des Ingenieurwesens. Die mittelständischen Zuliefererbetriebe in der Region seien vielfach Teil der globalen Wertschöpfungsketten. "Die Automobilzulieferer der Region stehen jetzt unter Druck. Die Veränderungen in der Automobilwirtschaft betreffen die Zuliefererbetriebe in der Region direkt und konkret." Für sie geht es darum, auf globalen Märkten zu bestehen. "Regional ist die Vernetzung deutlich ausbaufähig, das Wissen über neue Technologien ist ebenso deutlich ausbaufähig", so der Eindruck des Christdemokraten.

Geht es nach Rombach, müsste sich die Wirtschaft der Region zunehmend auch auf die Wasserstofftechnologie mit der Brennstoffzelle im Zentrum konzentrieren. Sie erfordere vergleichbare und identische Fertigkeiten wie die Produktion des Verbrennungsmotors. Deshalb bietet die Brennstoffzelle mit ihrem gesamten technologischen Umfeld vielfältige Chancen und Möglichkeiten für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, bis hinunter zum Bodensee, die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor zu reduzieren und sich neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Neue Geschäftsfelder: Auto, Schiff, Eisenbahn und Luftfahrt...

Die mittelständischen Unternehmen in der Region SBH haben das Potenzial, neue Geschäftsmodelle als Zulieferer und Anwender mit der Brennstoffzelle im Zentrum zu entwickeln. Die neuen möglichen Geschäftsfelder umfassen Antriebstechnologien in Auto, Schiff, Eisenbahn und Luftfahrt, Anwendungen in der Gebäudeenergie, Einsatz von Wasserstoff als Speicher für Energie aus Wind, Sonne und Wasser, sowie den Einsatz von kleinen Wasserstoffkraftwerken zur Stabilisierung der Stromnetze. Um die Unternehmen darin zu begleiten diese Chancen und Möglichkeiten zu nutzen hat sich die regionale Wasserstoffinitiative "H2 Regio SBH" formiert.

Neue Produkte müssen den Praxistest bestehen, um dauerhaft und erfolgreich auf den Märkten bestehen zu können. Modellprojekte können beispielhaft die Praxistauglichkeit von Produkten mit Wasserstofftechnologie unter Beweis stellen. Was in der Region funktioniert, kann leichter global verkauft werden. Die Transformation erfordert hohe Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Studierenden, der Ingenieure und Facharbeiter. Test- und Prüfeinrichtungen für die Komponenten der Wasserstofftechnologie müssen lokal in der Nähe der Unternehmen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg geschaffen werden, damit die gewonnenen Erfahrungen sofort und ohne Zeitverzug in die Entwicklung neuer Produkte einfließen können.

"Für den Transport schwerer Lasten auf langen Strecken im ländlichen Raum bietet sich die Wasserstofftechnologie an", heißt es in dem Arbeitspapier. Wasserstoff könne als Speicher für Energie aus Wind und Sonne dienen. Weil die Wasserstofftechnologie dezentral aufgebaut werden kann, ist sie damit für kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum oder für landwirtschaftliche Höfe ein vielversprechendes Geschäftsfeld.

Dank jahrzehntelanger Erfahrung in der Produktion von Teilen für die Automobilindustrie verfügen die Unternehmen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg über die Erfahrung, große Stückzahlen von technologisch anspruchsvollen Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren. Die Wasserstofftechnologie steht nun vor der Markteinführung. Produkte müssen in großer Stückzahl zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitgestellt werden. "Die mittelständischen Unternehmen der Region haben durch ihre reiche Erfahrung als Automobilzulieferer das Potenzial angesammelt, diese Industrialisierung der Wasserstofftechnologie umzusetzen."

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