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Villingen-Schwenningen Turngemeinde sagt Neckarman ab

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In diesem Jahr wird es einen bunten Läuferstart im Waldeckstadion nicht geben. Der Neckarman ist abgesagt. (Archivfoto) Foto: Heinig

Villingen-Schwenningen - Paukenschlag bei der Turngemeinde Schwenningen: Der beliebte Familienlauf Neckarman wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Der Verein zieht damit die Konsequenzen aus den schlechten Teilnehmerzahlen vergangener Jahre.

18 Mal hat er schon in Schwenningen stattgefunden, seit 2011 lockt der Neckarman jedes Jahr Ende Juni sportbegeisterte Familien und Gruppen ins Waldeckstadion, um sich in unterschiedlichen Streckenlängen – bis hin zum Halbmarathon – rund um das Schwenninger Messegelände zu messen und um einfach gemeinsam Spaß zu haben. Das wird in diesem Sommer nicht mehr so sein. Die Turngemeinde Schwenningen (TG) wird den Neckarman 2020 nicht veranstalten.

"Die Kraftanstrengung der Ehrenamtlichen war zuletzt im Vergleich zur Resonanz der Teilnehmer zu groß", begründet Ursula Bruder von der TG-Geschäftsstelle gegenüber dem Schwarzwälder Boten den Entschluss des Vorstands. In den vergangenen Jahren seien immer weniger Teilnehmer und Zuschauer mit dabei gewesen, das Feedback sei zu schlecht gewesen. Einfach habe man sich die Entscheidung im Verein aber gewiss nicht gemacht. "Wir wissen, dass es sehr schade ist und dass viele enttäuscht sein werden", so Bruder.

Firmenlauf ist seit 2018 eine große Konkurrenzveranstaltung

Einen großen Faktor spielt dabei nach Aussagen der Turngemeinde der Firmenlauf, der seit 2018, also in diesem Jahr zum dritten Mal, immer rund anderthalb Monate vor dem Neckarman im Frühjahr ans Messegelände lockt. Organisiert wird der als "After-Work-Event" deklarierte Lauf von der Agentur "N Plus Sport GmbH" aus Saarbrücken. Während beim Neckarman gezielt Familien und Gruppen aus VS angesprochen werden, ist die Zielgruppe beim Firmenlauf weiter gesteckt: Hier nehmen auch Unternehmen aus der weiteren Umgebung, dem Schwarzwald oder dem Heuberg, teil, und das in größerem Ausmaß: 2019 etwa war das Schwarzwald-Baar-Klinikum mit 382 berufstätigen Hobbyläufern vertreten.

Insgesamt machten 2018 etwas mehr als 2000, im vergangenen Mai schon 2500 Läufer beim Firmenlauf mit – Tendenz steigend. Bei der Großveranstaltung steht zudem nicht nur das sportliche Erlebnis im Vordergrund: Im Anschluss gibt’s für die Teilnehmer stets eine "After-Run-Party" mit Live-Musik. "Es ist eine gewerbliche Veranstaltung, die Agentur ist darauf spezialisiert", kommentiert Ursula Bruder.

Demgegenüber die ernüchternden Zahlen der TG beim Neckarman: 2016 noch wurde die 1000-Teilnehmer-Marke geknackt, allmählich wollten sich die Verantwortlichen der 1200er-Grenze nähern. Doch stattdessen stagnierte die Teilnehmerzahl zunächst und fiel 2019 auf sage und schreibe 650 Läufer ab – ausgerechnet im Jubiläumsjahr, in dem der Verein am Lauftag gleichzeitig sein 160-jähriges Bestehen gefeiert hat. "Das war extrem schlecht", bewertet Bruder die Resonanz. Dass das Wetter an jenem Juni-Samstag sehr heiß gewesen war, mag dabei nur einen Nebenrolle gespielt haben.

120 Ehrenamtliche

"Wenn ein Produkt verkauft wird, dann muss es auch angenommen werden", fasst die Geschäftsstellenleiterin zusammen. Doch der Neckarman war eigentlich immer mehr als ein Produkt: ein "Erlebnislauf" für die ganze Familie, aber auch eine Veranstaltung von und mit allen Beteiligten der Turngemeinde. Rund 120 Ehrenamtliche waren stets rund um die Laufveranstaltung im Einsatz, egal ob im Waldeckstadion oder an den einzelnen Verpflegungsstationen auf der Strecke Richtung Bad Dürrheim oder Türnleberg. "Es war zuletzt ein frustrierendes Erlebnis für die Helfer", berichtet Bruder.

Ganz ohne sportlichen Höhepunkt möchte die TG in diesem Jahr aber nicht bleiben. Ende Juni – an jenem Tag, an dem traditionell der Neckarman hätte stattfinden sollen – wird es erst einmal eine öffentliche Vereinsveranstaltung, quasi einen Tag der offenen Tür, geben. Auf dem Waldeck, schaut die Geschäftsstellenleiterin voraus, laden Workshops und Mitmach-Angebote von verschiedenen Sportabteilungen des Vereins, zum Beispiel Volleyball oder Tanz, zum Hineinschnuppern ein – das ganze verbunden mit einem gemütlichen "Sommerhock". "Das ist für die Organisatoren nicht so arbeitsaufwendig wie beim Neckarman", erklärt Bruder.

Der Stadt, mit der die Turngemeinde den Neckarman immer ausgerichtet hat, habe man das Konzept bereits vorgestellt. "Wir sind mit der Stadt also immer noch in Gesprächen", sagt Ursula Bruder. Für das Jahr 2020 werde man zusammen schauen, was möglich ist. Denn ganz aufgeben möchte der Sportverein die Hoffnung nicht, dass der Neckarman doch irgendwann wieder weitergeführt werden kann.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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