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Villingen-Schwenningen Trinkwasser: Gastronomen gehen auf Nummer sicher

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Das Schwenninger Trinkwasser wird derzeit gechlort. (Symbolfoto) Foto: Chepko Danil – stock.adobe.com

VS-Schwenningen - Das Trinkwasser im Schwenninger Netz wird wieder wegen coliformer Keime gechlort. Obwohl ihren Kunden keine Qualitätsunterschiede beim Geschmack von Kaffee oder anderen Getränken auffallen, gehen einige Gastronomen dennoch auf Nummer sicher.

Wie schon im vergangenen Jahr sind kürzlich im Schwenninger Trinkwassernetz coliforme Keime aufgetreten. Deshalb wird das Leitungswasser derzeit gechlort . Wie Susanna Kurz, Pressesprecherin der Stadtwerke Villingen-Schwenningen (SVS) auf Nachfrage nochmals betont, ist das Wasser, so bestätige es auch das Gesundheitsamt, bedenkenlos zu konsumieren.

Zum einen sei das Chlor, das die SVS dosiert (laut Trinkwasserverordnung beträgt der höchst zulässige Chlorgehalt 0,3 Milligramm pro Liter Wasser) nicht gesundheitsschädlich, zum anderen seien durch Zugabe des Chlors und dessen Desinfektionswirkung die coliformen Keime abgetötet. Im Gegensatz zu 2017, als das Wasser zusätzlich abgekocht werden musste, sind demzufolge keine zusätzlichen Maßnahmen der Wasseraufbereitung nötig.

Einige Schwenninger Gastronomen vertrauen diesen Angaben, andere gehen trotzdem auf Nummer sicher, wie sie unserer Zeitung berichteten. "Wir verwenden für die Kaffeemaschine weiterhin das normale Leitungswasser", erklärt Jennifer Graf vom Café Dammert in der Muslen. Seit das Wasser wieder gechlort wird, hätte auch kein Kunde wegen des Geschmacks etwas gesagt, berichtet Graf.

"Es hieß ja, dass das Wasser dieses Mal nicht gesundheitsgefährdend ist", sagt auch Gezim Amiti vom Café Romanca in der Kronenstraße. "Trotzdem kaufen wir, solange das Wasser gechlort wird, extra Wasserkanister, um die Qualität unserer Produkte sicher beizubehalten", erklärt er. Wie lange das Wasser noch gechlort wird, kann Susanna Kurz noch nicht beantworten. "Wir haben keinen Zeitdruck wie im vergangenen Jahr. Im August 2017 wollten wir erreichen, dass das Gesundheitsamt das Abkochgebot so schnell wie möglich aufhebt. Dieses Jahr muss die Bevölkerung nicht mit dieser Einschränkung leben und kann das Wasser regulär verwenden", so die Pressesprecherin.

Auch für Frank Singer, den Inhaber des Salinen-Cafés in der Rietenstraße, ist das vergangene Jahr noch sehr präsent. "Damals habe ich mir, weil meine Kaffeemaschine einen Festanschluss an das Leitungswassernetz hat, extra eine zweite Maschine angeschafft. Dieses Mal habe ich keine solchen Vorkehrungen getroffen, weil es hieß, dass das Wasser unbedenklich zu konsumieren ist. Auch von Kundenseite habe ich bisher nichts gehört", sagt Singer.

Trotzdem habe er ein wenig Bedenken. "Gerade morgens habe ich, wenn ich einen Wasserhahn aufdrehe, das Gefühl, ich stehe im Villinger Freibad", beschreibt er, dass er den Chlorgeruch durchaus wahrnimmt. "Deshalb habe ich nun eine Wasseraufbereitungsanlage bestellt, die Keime und Chlor aus dem Wasser herausfiltert. Gerade wenn ein Kunde ein stilles Wasser bestellt, oder ich beispielsweise beim Herstellen von Shakes das Wasser nicht aufkochen muss, habe ich dann die Sicherheit, dass ich dabei Quellwasserqualität verwende", sagt der Café-Inhaber.

Dass das Chlor im Schwenninger Wassernetz, zu dem Schwenningen, Zollhaus und Hardthöfe, der Zentralbereich, Weilersbach, Nordstetten, Teile der Wöschhalde, Mühlhausen und Obereschach sowie Dauchingen gehören, angekommen ist, wird durch akribisch geführte und an das Gesundheitsamt täglich berichtete Messungen belegt, erklärt Kurz. Mit den Probenahmen, die vom Gesundheitsamt gefordert sind, habe die SVS diese Woche begonnen, weil nun die Sommerferien vorüber seien und Normalbetrieb herrsche.

Auch im Irish Pub in der Kronenstraße gibt es derzeit eine Vorgabe, erklärt der Angestellte Alexander Reiser. Falls ein Kunde ein Glas Leitungswasser verlangt, bekommt er keines. "Dann geben wir Mineralwasser aus", erklärt Reiser. "Das Wasser für Tee oder Kaffee in den Maschinen wird sowieso erhitzt. Zudem desinfiziert sich unser Personal regelmäßig die Hände", sagt Reiser.

Von Keimen oder Chlor nicht betroffen sind die Eiscafés Gianotti und Dolomiti, die von Nino Gianotti beziehungsweise dessen Sohn Massimiliano betrieben werden. "Wir haben im Haus eine Entkalkungsmaschine installiert, die das Wasser aufbereitet", erklärt Nino Gianotti. Auch im Dolomiti stehen zwei solcher Maschinen. Während der Eisherstellung, erklärt der Vater, werden Wasser wie auch Milch generell pasteurisiert.

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