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Villingen-Schwenningen "Trinker und Pöbler" sind ein Problem im Mauthepark

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Der Mauthepark könnte eigentlich eine Freizeit-Oase für spielende Kinder und Spaziergänger sein. Stattdessen meiden viele Schwenninger den Park. Foto: Pohl

Villingen-Schwenningen - Es ist das bekannte Dilemma in Schwenningens zentraler Grünanlage: Statt spielenden Kindern und Senioren auf den Bänken dominieren im Mauthepark alkoholisierte oder pöbelnde Personen das Bild. Ein Zustand, den der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Nicola Schurr nicht mehr dulden will.

Vergangenen Freitag waren es nicht nur sommerliche Temperaturen, sondern es war auch für viele Bürger Brückentag. Vor allem in Corona-Zeiten, in denen sowieso kaum verreist wird, der perfekte Tag um die städtischen Parks zur Freizeitgestaltung zu nutzen. Noch besonders einer davon ist alles andere als ein beliebter Anlaufpunkt: der Mauthepark.

Seit Jahren gilt er weniger als Freizeitort in der Innenstadt, als vielmehr der Treffpunkt von jugendlichen Gruppen und Personen, die dem Alkoholkonsum nicht abgeneigt sind. Stadtrat Nicola Schurr fordert die Stadtverwaltung nun in einem Schreiben auf, dieses Problem endlich in den Griff zu bekommen. "Jahr für Jahr scheitert man an diesem Thema", kritisiert er.

Bürger beschweren sich über "Problemfälle"

Nachdem er nach eigenen Aussagen zum wiederholten Mal von Bürgern auf die dortigen Zustände angesprochen wurde, verschaffte sich Schurr am vergangenen Freitag selbst einen Eindruck, wohl wissend, was ihn dort erwarte. "Die Trinker sind ein Problem, denn sie behelligen andere! Die Parkbänke, Tischtennisplatten und Wiesen sind regelmäßig verunreinigt." Fäkalien und Müll seien überall aufzufinden und wer nicht aufpasse, störe womöglich gerade beim "Geschäft machen".

Dass die Bürger dabei die Lust zur Nutzung des Parks verlieren, wundert wohl kaum. Nicola Schurr ärgert sich vor allem deshalb über die Situation, weil die Stadtverwaltung das Problem nicht in den Griff bekomme. Dabei zählt er diverse Maßnahmen auf: "Im Jahr 2011 hatte man bestimmte bauliche Maßnahmen veranlasst, um dieser Problematik entgegenzusteuern. Leider hat dies nicht funktioniert. Zwei Jahre später wollte man verstärkt patrouillieren, dies scheint, wenn es noch so gemacht wird, ebenfalls nichts zu bringen."

Der SPD-Stadtrat mahnt: "Jedoch darf es nicht dazu kommen, dass dieser Erholungsraum für Familien und Anwohner zur Belastungsprobe wird." Deshalb fordert er, dass Polizeibehörde, örtliche Polizei und die Stadt VS hier tätig werden müssten. "Dies haben die Kinder, Eltern und alle anderen Parkbenutzer verdient."

Gelände wird mehrfach kontrolliert

Das Problem im Mauthepark – und auch an anderen Stellen in der Stadt – ist der Verwaltung und dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) bekannt. Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt, erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung: "Der Mauthepark ist definitiv ein Schwerpunkt und auch das Problem des Trinkens dort ist bekannt." Deshalb werde unter normalen Umständen – "außerhalb von Corona-Zeiten" –­ das Gelände auch täglich mehrfach kontrolliert. Momentan sei dies allerdings nicht möglich, da auf die KOD-Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben zukämen.

Allerdings, das stellt Oxana Brunner klar, ist die Situation im Mauthepark nicht wegen Corona so schwierig, sondern grundsätzlich. "Wir haben in Villingen-Schwenningen eine besondere Situation. Denn wir haben nicht einen Stadtkern und eine Parkanlage, sondern wir haben zwei Innenstädte, mehrere Schwerpunkte und Grünanlagen und zudem noch neun Ortschaften drum herum."

Grundsätzlich sei es aber auch nicht immer so einfach, gegen die "Störer" vorzugehen. "Die sind nun mal da. Schicken wir sie aus dem Park weg, sitzen sie womöglich vor dem City-Rondell." Dennoch sei klar, dass die Personen auch nicht einfach nur geduldet würden. Es habe auch schon Platzverweise gegeben. "Aber da reicht es nicht aus, wenn die nur da sitzen und trinken", erläutert Oxana Brunner.

Zu wenig Mitarbeiter

Sie ist aber überzeugt, je mehr Präsenz gezeigt würde, desto "sicherer" würden die sogenannten Brennpunkte sein. Doch genau darin liege das Problem. "Der KOD hat acht Mitarbeiter, die in zwei Vierergruppen eine Tag- und eine Nachtschicht arbeiten. Und diese Vierergruppen sind dann jeweils in zwei Zweiergruppen unterteilt, die ihre Zuständigkeitsgebiete abdecken müssen." Demnach müssen zwei städtische Mitarbeiter in ihrer Schicht beispielsweise den ganzen Stadtbezirk Schwenningen abdecken und auch noch Ortsteile. "Wenn die zu einer Ruhestörung in Weigheim gerufen werden und dort möglicherweise etwas zu regeln ist, dann können sie sicher eine Stunde lang nirgends anders sein."

Deshalb kann Oxana Brunner wenig Hoffnung auf schnelle Veränderung machen. Denn das Problem ließe sich nur durch mehr Personal lösen. "Wir haben für unsere städtischen Gegebenheiten einfach zu wenig Mitarbeiter."

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