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Villingen-Schwenningen Transformation ja – aber bitte technologieoffen

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Foto: © peshkova – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kaum eine Branche ist derzeit so sehr in der Zwickmühle, wie jene, auf der laut IHK-Geschäftsführer Thomas Albiez, der Wohlstand im Südwesten gründet: die Automobilbranche. Dieser Tatsache und den riesengroßen Fragezeichen, die wie ein Damoklesschwert über der Branche schweben, widmet sich der Automotive-Gipfel am 10. Dezember in Donaueschingen.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Einer, der dann sprechen wird, ist Martin Koers. Der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VdA) versteht sich nicht nur als Sprachrohr für die Auto-Hersteller, sondern auch der Zuliefer-Branche.

Für ihn ist klar: Die Herausforderungen sind, so riesig wie nie. Für ihn besonders kniffelig ist die "Parallelität" der Krise, "wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt haben", mit der notwendigen Transformation der Branche. Ein prägnantes Beispiel für die aktuelle Lage liefert der Weltautomobilmarkt beim Blick auf die jährlich weltweit zugelassenen Fahrzeuge: Lag die Prognose zu Beginn für 2020 noch bei 80 Millionen, liege man nun bei knapp 66 Millionen Fahrzeugen. "Die Bewältigung der Krise ist das eine Thema, Transformation das zweite", so Koers. Demzufolge könne es aktuell auch nicht die eine Antwort geben – Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Politik müssten an einem Strang ziehen.

Christoph Münzer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden im Schwarzwald, sieht die Politik in der Pflicht. "Wenn Preise lügen, gibt es keine Fairness", sagt er mit Blick auf die E-Mobilität. Die Politik müsse aber frei sein von solchen Tendenzen, zudem fordert Münzer eine "echte" Technologieoffenheit. Gegeben sei sie momentan nicht, im Gegenteil: Die politische Tendenz in Sachen CO2-Einsparung gehe ganz klar davon aus, "dass die batteriebetriebene Elektromobilität der Sieger ist". "Wir müssen mehr Marktwirtschaft, Ehrlichkeit und Ökologie da reinlassen", so Münzers klare Forderung.

Thomas Albiez von der IHK konnte das unterstreichen. Die Gesamtlage sei "diffus", Ziel der gemeinsamen Veranstaltung von IHK und wvib sei es, in dieser Situation "das Wichtigste überhaupt zu tun: Plattformen zu schaffen für einen Austausch." Dabei sieht Albiez den Mittelstand der Region gut gerüstet für das, was vor ihm liegt – aufgegeben habe trotz der gewaltigen Herausforderungen niemand, viele Mittelständler hätten sich schon lange diversifiziert, selbst der Anteil jener Zulieferer, die rein auf Verbrennungsmotoren spezialisiert sind, sei mittlerweile sehr klein. Trotzdem stehen auch sie vor großen Hürden.

Vor allem die Unklarheit, wohin die Reise geht, gestalte den Transformationsprozess zäh, wo dieser eigentlich dynamisch, aber technisch umsetzbar erfolgen müsse. Tausende Arbeits- und Ausbildungsplätze liegen in der Automobilbranche der Region. Obwohl der Verbrennungsmotor "unheimlich weiterentwickelt" worden sei, werde der Branche "unterstellt" die Entwicklung verschlafen zu haben. Dabei sei klar: "Den Verbrenner brauchen wir weiterhin." Elektromobilität werde angepriesen, obwohl jeder feststellen könne, dass der Verbrenner, betrachtet auf seine komplette Lebensdauer, oftmals besser abschneide als die Elektromobilität. Kurzum: politische Neutralität und keine Vorfestlegung auf eine Antriebsart sei dringend notwendig.

Weitere Informationen: Geballte Informationen zum Thema und Impulse zur aktuellen Lage, aber auch diversen Antriebsarten von der Batterie, über den Dieselmotor bis hin zur Wasserstofftechnologie gibt es beim Automotive Gipfel von IHK und wvib am Donnerstag, 10. Dezember, ab 9 Uhr (Einlass 8.30 Uhr) in den Donauhallen in Donaueschingen unter dem Titel "Krise meistern. Transformation gestalten." Infos gibt die IHK auf ihrer Internetseite unter www.ihk-sbh.de, Menüpunkt Veranstaltungen

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