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Villingen-Schwenningen Torjäger, Ratsherr und Spittelsänger

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Albert "Benne" Sauter wird heute 80 Jahre alt. Seine Gitarre hat er immer dabei. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Er war ein gefürchteter Tor­jäger bei der DJK Villingen, Versandleiter bei Barometer Huger, Ratsherr der Historischen Narrozunft und vor allem – ein Spittelsänger. An diesem Freitag feiert Albert ­"Benne" Sauter seinen 80. Geburtstag.

VS-Villingen. Schrecksekunde wenige Tage vor seinem Jubiläum: Mit einer Lungenentzündung musste der noch 79-Jährige ins Krankenhaus. Seit seinem Geburtstag an diesem Freitag ist er wieder zu Hause, kann die Gratulationen entgegennehmen und in Erinnerungen an eine Zeit schwelgen, in der die Spittelsänger die ungekrönten Könige Villingens waren – und das nicht nur an der Fasnet.

Immer waren sie ein Trio, doch ihren endgültigen Abschied nach 50 Bühnenjahren nahmen Benne Sauter und Hans Meßmer 2014 nur noch zu zweit. Die beiden Abschiedskonzerte zu Gunsten der guten Sache füllten zweimal die Neue Tonhalle und das Publikum spendete für ein Lebenswerk minutenlang stehenden Applaus. "Wir waren beide überwältigt von der Wertschätzung, die uns von unseren Fans auch nach so vielen Jahren noch entgegengebracht wurde", sagt Sauter.

2016 starb auch Hans ­Meßmer, und Benne Sauter blieb als letzter Spittelsänger allein zurück. Der gebürtige Villinger wuchs in der Kirnacher Straße als Jüngstes von fünf Geschwistern auf. Beim Schwarzwälder Brennstoffhandel ging er in die Lehre zum Großhandelskaufmann, war vom Oktober 1960 bis März 1962 als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr und leitete ab 1965 bei Huger-Barometer, der späteren Vilbor GmbH, die Versandabteilung bis zum Eintritt in die Rente 2003.

In seiner Freizeit war der junge Benne Sauter ab 1956 begeisterter Fußballer und gehörte von 1959 bis 1974 als Stammspieler zur ersten Mannschaft der DJK Villingen. Hier lernte er auch all jene Jungs kennen, die später mit ihm als Spittelsänger auftreten sollten. "Wir waren Fußballer und haben alle irgendwie auch Musik gemacht", erzählt der Gitarrist.

Karlheinz "Schanko" ­Ummenhofer war es, der seine Freunde Albert Sauter und Wilhelm Wildi 1965 fragte, ob sie nicht Lust hätten, mit ihm beim Zunftball als Gesangstrio mit Gitarre aufzutreten. Sauter war damals bereits Teil der "Nachtfalter" neben Rudi Streit, Werner Hirt und Hans Meßmer. Der Auftritt beim Zunftball war ein Erfolg, dennoch bestand diese Formation nur ein Jahr lang. Hans Meßmer kam für Wilhelm Wildi und setzte seinen Bariton als zweite Stimme ein.

Der Name "Spittelsänger" entstand danach eher zufällig. "Eine alte Dame nannte uns einmal so, weil wir immer wieder im Spital bei den Rietvögeln auftraten", erinnert sich Sauter. Die unvergessenen Texte stammen hauptsächlich aus der Feder des 1988 verstorbenen Karlheinz Ummenhofer. Der erste große Hit war der "Spital-Mathis". Zeilen wie "Ich geh’ träumend durch die Gassen und denk’ an das Jugendglück" treiben den Zuhörern bis heute Tränen in die Augen. 1974 folgte das legendäre "Hät denn kon kon Kamm" mit dem Lieblingswort "fitzikabeberle". Es durfte bei keinem Auftritt fehlen.

Auf Ummenhofer folgte Werner "Tschäbet" Hirt. 1984 wurde dem Trio der Narrenbecher verliehen und 2001 erhielten sie die Bürgermedaille. Nach dem Tode von Werner Hirt blieben Benne Sauter und Hans Meßmer ab 2002 als Duo zurück, das noch zwölf Jahre lang unzählige Auftritte absolvierte. Nach dem endgültigen Abschied von der Bühne erklang Sauters Gitarre nur noch im Freundes- und Bekanntenkreis – aber das tut sie bis heute. Dabei werden auch immer wieder die Lieder gespielt, mit denen eine ganze Generation aufgewachsen ist: "Mir gon jetz uff’d Gass", "Die schöne alte Jungfere", "Villingen, 1000 Jahre alt" oder "Narri Narro".

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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