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Villingen-Schwenningen Tödliches Drama: Noch viele Fragen offen

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Am Tatort erinnert kaum mehr etwas an die tragischen Ereignisse. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Nach dem Tod des 23-Jährigen während mutmaßlicher Schießübungen im Neuhäuslewald arbeitet die Ermittlungsgruppe weiterhin auf Hochtouren. Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem die Tatwaffe.

Abgesehen von schwach durch den Neuschnee schimmernder Markierungsfarbe der Polizei erinnert am Tatort kaum mehr etwas an die tragischen Ereignisse am Freitagabend. Hier, an einem Waldparkplatz an der Alten Vöhrenbacher Straße, hatte ein 22-Jähriger seinen Arbeitskollegen erschossen. Wohl aus Versehen. 

Wieso kam der Schütze auf freien Fuß?

Der junge Mann aus einer Nachbarstadt von Villingen-Schwenningen ist am Samstag nach den ersten polizeilichen Ermittlungen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ­Konstanz wieder auf freien Fuß gesetzt worden – und das, obwohl er für den Tod seines Kumpels verantwortlich ist und die Umstände noch nicht gänzlich geklärt sind.

Wie kam es dazu?

Nach Angaben von Polizeisprecher Dieter Popp seien die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft laut der Strafprozessordnung nicht gegeben. Da der Schütze nicht untergetaucht sei und sich nach der Tat gestellt habe, bestehe keine Fluchtgefahr. Auch von einer Verdunklungsgefahr wird nicht ausgegangen. Er führte die Polizei zur Waffe, das Vernichten oder Beiseiteschaffen von Beweismitteln sei also ausgeschlossen. Darüber hinaus gebe es keine Hinweise darauf, dass der 22-Jährige auf die einzige Zeugin einwirkt.

 Woher stammt die Tatwaffe?

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht auch die Frage, woher die Waffe stammt. Laut den Ermittlungsbehörden handelt es sich dabei um eine Schnellfeuerwaffe – ähnlich einer Maschinenpistole. Nähere Angaben hierzu möchte Popp nicht machen. Denn es sei ein Bestandteil der Ermittlungen, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt, oder ob gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen wurde.

Im letzten Fall handle es sich um einen Verbrechenstatbestand, was mindestens eine einjährige Freiheitsstrafe zur Folge hätte. Waffenexperten spekulieren darüber, ob es sich bei der Waffe möglicherweise um eine Uzi handeln könnte – vor allem vor dem Hintergrund, dass bei dieser teilweise Probleme mit dem Sicherungsmechanismus bestehen würden.  

Was hat es mit dem Tatort auf sich, warum wurde ausgerechnet der Neuhäuslewald für die Schießübungen ausgesucht?

Die Frage drängt sich insofern auf, weil weder der Täter noch das Opfer in Villingen-Schwenningen wohnten. Lediglich die Freundin des Erschossenen soll aus der Doppelstadt stammen. Es deutet jedoch darauf hin, dass zumindest der Täter über Ortskentnisse verfügt und den Wanderparkplatz genauer kennt. Denn als der 22-Jährige nach seiner anfänglichen Flucht wieder zum Tatort zurückkehrte, wählte er nicht den üblichen Weg vorbei am Jugendzeltplatz direkt zur Alten Vöhrenbacher Straße und damit zum Ort des Geschehens (siehe Karte). Vielmehr fuhr er von der Landstraße in Richtung Pfaffenweiler auf einen Waldweg, der anschließend nach einigen Minuten Fahrtzeit über holpriges Terrain aus südlicher Richtung zum Waldparkplatz führt.

War das Duo eventuell öfter im dortigen Stadtwald, um illegale Schießübungen durchzuführen?

Dazu würde die Aussage einer Anwohnerin passen, die bereits im Sommer vergangenen Jahres von nächtlichen Schüssen zumindest in näherer Umgebung berichtete. "Immer wieder" seien damals mehrere Schüsse gefallen. Was es damit auf sich hatte, konnte nicht geklärt werden. Jedoch wird sich auch die Polizei mit der Frage beschäftigen müssen, welche Absicht die jungen Männer mit den Übungen ­verfolgten.

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