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Villingen-Schwenningen Terrorhelfer muss nach Politiker-Attentat in Haft

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Navanithan G. im Gerichtssaal in Stuttgart  Foto: Gollnow

Villingen-Schwenningen/Stuttgart - Nach dem Anschlag auf den damaligen Außenminister Sri Lankas Lakshman Kadirgamar ist ein mutmaßlicher Terrorhelfer aus dem südasiatischen Inselstaat in Stuttgart zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Navanithan G. soll vor dem Attentat im Jahr 2005 den Todesschützen einen entscheidenden Hinweis gegeben haben, wie ihm der Staatsschutzsenat des Stuttgarter Oberlandesgerichts am Montag vorwarf. Mehr als 15 Jahre lang sei der Tamile zudem Mitglied der Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in dem Urlaubsparadies gewesen. Die OLG-Kammer warf ihm unter anderem Beihilfe zu Mord vor.

Kadirgamar war von einem Scharfschützen erschossen worden, als er auf seinem Privatgrundstück in Colombo aus dem Swimmingpool stieg. Der in Stuttgart angeklagte Mann soll den Politiker und LTTE-Kritiker mehr als ein Jahr lang ausspioniert und unter anderem von einem leerstehenden Nachbarhaus aus beobachtet haben. Der tödliche Schuss wurde von dort aus abgegeben. Der angeklagte Tamile lebt seit 2012 in Deutschland.

Die Kammer warf dem etwa 40-Jährigen vor, einen "wesentlichen Förderungsbeitrag zum Mordanschlag" geleistet zu haben. Während seines Asylverfahrens im Jahr 2012 hatte er detailliert beschrieben, wie er damals vorgegangen war. "Ich habe ihn nicht selbst erschossen", hatte er damals gesagt. "Aber aufgrund der Informationen, die ich gegeben habe, konnte er getötet werden." Im Prozess verwies er dagegen auf Übersetzungsfehler und Missverständnisse. Die Kammer folgte seinen Argumenten nicht. "Das sind eindeutig unmissverständliche Aussagen", sagte der Vorsitzende Richter.

Rebellengruppe LTTE wird als Terrororganisation eingestuft

Die Rebellengruppe LTTE kämpfte 26 Jahre lang für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden Sri Lankas. Sie wird von der Bundesanwaltschaft als Terrororganisation eingestuft. 2009 besiegte die Armee die Aufständischen.Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Innerhalb von einer Woche können Verteidigung oder Bundesanwaltschaft Revision einlegen.

Navanithan G. war vor rund einem Jahr am 16. Januar 2019 bei Villingen-Schwenningen verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Der Bundesanwaltschaft zufolge gehörte der Beschuldigte Navanithan G. von Ende August 2002 bis Mai 2009 der Geheimdiensteinheit der Organisation an. Er soll Informationen über Gegner beschafft und Erkenntnisse geliefert haben, die bei dem tödlichen Anschlag auf Kathirkamar verwendet wurden. In der Endphase des Bürgerkriegs habe er Führungspersönlichkeiten der LTTE zur Flucht aus Sri Lanka verholfen.

Wie kam es damals zu der Festnahme? "Zu den näheren Angaben des persönlichen Umfeld möchten wir uns derzeit nicht äußern", hieß es im Januar 2019 von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf Anfrage unserer Zeitung. Und auch die Tamilen in Villingen-Schwenningen konnten sich nicht erklären, warum das Oberzentrum zu einem Rückzugsort für einen mutmaßlichen Terroristen wurde. Wo der Verurteilte im Schwarzwald-Baar-Kreis gewohnt hatte, verriet die Behörde nicht. "Völlig überrascht" zeigte sich beispielsweise Pirakas Pavalanathan. Er ist einer von rund 500 Tamilen im Schwarzwald-Baar-Kreis und gleichzeitig Rektor der tamilischen Schule in der Doppelstadt, in der die Sprache des Volkes gelehrt wird. "Aber wir fragen uns schon, wer das war und warum er ausgerechnet hier war", meinte Pavalanathan damals.

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