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Villingen-Schwenningen Taschengeld fällt Betrügern in die Hände

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Im Internet sind viele Betrüger unterwegs. (Symbolfoto) Foto: magann – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Zwei Mädchen sparen 150 Euro für Kopfhörer zusammen. Doch das bezahlte Geld verschwindet in dubiosen Kanälen. Auch eine zweite Familien macht mit Online-Betrügern ihre Erfahrungen. Wie es den Betroffenen erging und warum die Betrugszahlen derzeit in die Höhe schießen, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Zwei Familien, ein Nachhilfelehrer sowie ein Hacker und zwei Accounts eines Online-Verkaufsportales spielen den Part in diesen Betrugsfällen. Fast gleichzeitig wenden sich Leser an den Schwarzwälder Boten und berichten von ihren negativen Erfahrungen. Der erste Familienvater erzählt seine Geschichte dem Nachhilfelehrer seiner Kinder. Die Töchter hatten ihr Taschengeld zusammengespart für kabellose Kopfhörer, die insgesamt 150 Euro kosteten. Als der Vater gerade seine Überweisung tätigen wollte, erscheint eine weitere Händleradresse, die von der ersten bereits angegebenen Händleradresse abweicht. Er überweist den Betrag, um kurze Zeit später mitgeteilt zu bekommen, dass das Konto des im Osten Deutschlands angesiedelten Unternehmens gehackt worden sei. Dort habe er erfahren, dass die Ware nicht verschickt werden könne, und sein Geld bekomme er auch nicht zurück.

Handy nicht erreichbar

Die Sache landete bei der Polizei. Mit der zunächst angegebenen Handynummer des vermeintlichen Händlers sei nichts mehr anzufangen gewesen, schildert der Geprellte weiter. Vergeblich versucht er, nach der Überweisung einen Kontakt aufzubauen: "... ist vorübergehend nicht erreichbar", heißt es auch jetzt noch in Dauerschleife. "Die beiden Mädchen tun mir sehr leid", erklärt der Nachhilfelehrer sein Engagement für die Familie. "Sie haben wirklich nicht viel, und die Mädels haben lange gespart darauf."

Um eine dubiose Handynummer geht es auch in einem weiteren Fall. Wieder handelt es sich um eine Online-Bestellung bei der gleichen Plattform. Wieder soll das Konto eines vermeintlichen Händlers gehackt worden sein, wieder geht es um Jugendliche. Mit dem Unterschied, dass der Vater seinem Sohn eine Drohne schenken wollte, und er im Gegensatz zur ersten Familie die fixierte Summe, 300 Euro, gerade noch mal retten konnte. Eigentlich, erzählt er im Telefonat mit dem Schwarzwälder Boten, sei der Deal schon fast perfekt gewesen. Bis jener Anruf kam, der den Kunden aus VS vom vermeintlichen "super Angebot" nochmals zurücktreten ließ. Spätabends erfuhr er vom eigentlichen Händler, dass dessen Verkaufs-Account gehackt worden sei, er solle auf keinen Fall auf das dubiose Drohnen-Angebot eingehen. "Er hat unsere Nummer im Nachrichtenverlauf gesehen, den wir mit dem Hacker hatten."

Sperrung schwierig

Doch mit einem Dankeschön wollte es der Mann nicht bewenden lassen. Der Doppelstädter hatte, wie er angab, nicht nur die Kontodaten des Hackers, sondern auch dessen Handynummer. Da es für ihn um die relativ hohe Summe von 300 Euro gegangen sei, habe er den vermeintlichen Hacker angerufen und in ein kurzes Telefonat verstrickt. Mit dessen Daten, Kontoverbindung und Handynummer, sei er dann zur Polizei gegangen. Ob man nicht gleich das Konto des "Betrügers" sperren könnte, so die Vorstellung des Doppelstädters?

Zu unvorsichtige Kunden

Im Polizeipräsidium Konstanz hören sich Jörg Kluge und Uwe Vincon die Sache aus VS in aller Ruhe an. Grundsätzlich könne die Polizei kein Bankkonto sperren, sondern nur die Bank selbst, und bei dringendem Betrugsverdacht zum Beispiel nur auf Anordnung des Staatsanwalts. Grundsätzlich, so die Pressesprecher, gelte Folgendes: Wenn sich der Verdacht eines Betrugs ergebe, nehmen die Beamten den Sachverhalt auf, "auch dann, wenn noch kein Schaden eingetreten ist und nur ein Versuch vorliegt. Auch ein versuchter Betrug ist ein Betrug". Allerdings sei nicht jeder Handel im Internet, mit dem man unzufrieden sei oder schief laufe, automatisch ein Betrug. Es müsse eine rechtlich relevante Täuschungshandlung vorliegen. Die Empfehlung: Da oft Betroffene einen versuchten Betrug nicht richtig einordnen können, sollten sie die Daten sichern und im Zweifel auch Anzeige erstatten. Natürlich nehme die Polizei auch Hinweise auf Betrüger entgegen und prüfe den Vorgang. "Andererseits gibt es leider auch viele Internet-Shopper, die einfach zu unvorsichtig sind und auf vermeintliche Sonderangebote hereinfallen oder aus Leichtfertigkeit auch Anmelde- oder persönliche Daten freiwillig hergeben", warnen beide.

Explosionsartiger Anstieg

In Corona-Zeiten boomt der Online-Handel. Inwiefern wirkt sich dies auf die Zahl der angezeigten Betrugsfälle aus? Die explosionsartig angestiegenen Fälle beim Warenbetrug sprechen, so Kluge, für sich. Im Vergleich zum Vorjahr, blickt der Pressesprecher aus Konstanz auf Baden-Württemberg, stiegen die Warenbetrugszahlen im ersten Halbjahr um 35 Prozent, im Schwarzwald-Baar-Kreis schossen die Warenbetrugszahlen explosionsartig um 53 Prozent in die Höhe.

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