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Villingen-Schwenningen Streifzüge im Laufe der Jahreszeiten

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Ansichten und Szenen aus der Stadt hat Theo Leute für den ­Kalender "Vertrautes ­Villingen" gemalt. Foto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Blick auf den winterlichen Franziskaner Garten oder das bunte Treiben in der Innenstadt im Sommer: Theo Leute hat Ansichten und Szenen in Aquarellen eingefangen und zum ­Kalender "Vertrautes ­Villingen" zusammengefasst – die dritte und vermutlich letzte Ausgabe.

VS-Villingen. Schon früh im Jahr macht sich der 85-Jährige auf die Suche nach Motiven, geht oder radelt mit offenen Augen durchs Städtle, um bekannte oder auch eher unscheinbare Ecken und Winkel für den Kalender auszuwählen. "Manchmal gefällt mir eine Ansicht auch erst auf den zweiten Blick", schildert der Hobbymaler die Arbeit, die hinter dem Werk steckt.

Wenn er Plätze oder Gebäude ausgewählt hat, hält er sie aus verschiedenen Blickwinkeln in Fotos oder Skizzen fest, um sich anhand dieser Vorlagen zu Hause ans Malen zu machen. Ob die Brunnenstraße mit einem Blick aufs Franziskaner, der Radmacher- und der neue Narrobrunnen oder der Pulverturm mit der Stadtmauer, Leute nimmt einen mit auf seinen Streifzug durch Villingen im Laufe der Jahreszeiten. Und da nimmt er sich die künstlerische Freiheit heraus, verschiedene Perspektiven in einem Bild zu vereinen. Beispielsweise beim Aquarell der Johanneskirche, das nicht nur einen weiten Blick in den Innenhof zeigt, sondern auch den Brunnen mit der Gedenktafel für die jüdischen Mitbürger, verrät Leute. Auch manch Verstecktes hat er wiederentdeckt, beispielsweise ein efeubewachsenes Haus aus dem 15. Jahrhundert in der Badgasse oder das Turmhaus an der Wehrstraße, das der Architekt Nägele 1907 im Jugendstil baute.

Einen Schwerpunkt hat er im dritten Kalender auf das Leben in der Innenstadt gelegt, betont er. Besonders die vielen Cafés im Freien, die Einheimische wie Gäste anlocken, machen für ihn den Reiz aus, die Möglichkeit, das muntere Geschehen in den Straßen zu beobachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. So finden sich einige Kalenderblätter mit Eindrücken vor sommerlicher Kulisse. Auch er selbst ist gerne mit seiner Frau in Villingen unterwegs, erzählt Leute, nachdem er aus beruflichen Gründen lange nicht mehr in seiner Heimatstadt lebte, weiß er sie nun um so mehr zu schätzen.

Er wuchs als einer der vier Söhne des Bäckermeisters Wilhelm Leute in der Niederen Straße auf, entdeckte früh sein künstlerischers Talent, hatte doch sein Vater ein Faible für die Ölmalerei. Aber nach dem Krieg sei es ums Überleben gegangen, erinnert er sich, so dass er sich nicht der "brotlosen Kunst" zuwandte, sondern als Ingenieur und Geschäftsführer fernab von Villingen Karriere machte. "Da konnte ich meine Kreativität bei der Konstruktion von großen Maschinen ausleben", sagt er schmunzelnd. Zeit für sein altes Hobby blieb da nicht. Dem wollte er sich widmen, als er sich mit 66 Jahren zur Ruhe setzte und nach Villingen zurückkam.

Mit dem Rentnerdasein war es allerdings schnell vorbei, zunächst stand er einem Unternehmen in Schwenningen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Seite, dann kam er der Bitte nach, die fast vor der Pleite stehende Bauge nossenschaft Villingen als kommissarischer Geschäftsführer wieder in ruhige Bahnen zu lenken. Erst mit 75 Jahren trat er dann tatsächlich in den Ruhestand. Ein Aquarellkasten als Geburtstagsgeschenk gab den Anstoß, sein Talent endlich auszuleben, erinnert er sich. Neben dem Besuch einiger Malkurse eignete er sich die Techniken selbst an. Von Reisen brachte er Motive mit, aber gerade die Straßen mit ihren Toren, die Gassen und Gebäude seiner Heimatstadt haben es ihm angetan.

Der beste Beweis ist der Kalender "Vertrautes ­Villingen". Es könnte sein letzter sein, stellt Leute fest, durch Medikamente, die er nehmen muss, sei die Hand zittrig. "Wahrscheinlich", schiebt er dann nach und lächelt verscnitzt. Vielleicht lassen ihn die Leidenschaft fürs Malen und die Begeisterung für all die schönen Ecken der alten Stadt doch nicht so einfach los.

Den Kalender "Vertrautes Villingen" mit Aquarellen von Theo Leute gibt es für 22,50 Euro bei der Buchhaltestelle in der Brunnenstraße, der Bücherinsel in der Niederen Straße sowie bei Mory’s Hofbuchhandlung und Osiander in der Rietstraße. Er enthält zwölf Kalenderblättern und ein Deckblatt. Die Auflage beträgt 250 Exemplare. Die gerahmten Originale sind bei der Bücherinsel erhältlich.

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