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Villingen-Schwenningen Stolpersteine nicht überall erwünscht

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Die Stolpersteine sind nicht überall in Villingen-Schwenningen erwünscht. Foto: Spitz

Villingen-Schwenningen - "Im Zeichen der Stolpersteine" soll der Januar in der Doppelstadt stehen. Doch die Stolpersteine sind nicht überall gewollt. Was die jüdische Religionsgemeinschaft zur Idee der Stolperstein-Verlegung sagt, lesen Sie in unserem  (Schwabo plus)-Artikel.

Wie aus einer Antwort der israelischen Kultusgemeinde Rottweil/VS auf eine Anfrage von Gemeinderat Bertold Ummenhofer hervorgeht, findet die jüdische Religionsgemeinschaft die Idee der Stolperstein-Verlegung in VS nicht gut.

Dabei hat Friedrich Engelke, der Vorsitzende des Vereins Pro Stolpersteine VS, gerade eine Aktion ins Leben gerufen, bei der an die jüdischen Mitbürger erinnert werden soll, die in der NS-Zeit in Villingen lebten und dem Holocaust ausgesetzt waren. Gestern Abend war der Auftakt in der Gerberstraße 33 in Villingen, wo sich der ehemalige Betsaal der Juden befand.

Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde ist gegen Verlegung

"Haben sich die Verantwortlichen des Vereins Pro Stolpersteine nie die Mühe gemacht, bei der auch für VS zuständigen jüdischen Kultusgemeinde in Rottweil nachzufragen, ob das überhaupt gewünscht wird?", fragt Bertold Ummenhofer in einem Leserbrief. Er habe zwei Mal nachgefragt. 2013 erhielt er die Antwort von der damaligen Vorsitzenden des Vereins, Elena Logunova, die ihm telefonisch mitgeteilt hat, die Gemeinde wäre interessiert an Stolpersteinen in VS. Das deckt sich mit dem Bericht von Friedrich Engelke, dem Vorsitzenden des Vereins. Die Ansprechpartnerin der Religionsgemeinschaft, Tatjana Malafy, habe auf Einladung seines Vereins bei einer Mahnwache ein paar Worte gesprochen "und sich deutlich zu den Stolpersteinen bekannt". Wörtlich habe sie gesagt, wenn die Stolpersteine nicht kämen, "wäre es so, als ob unsere Glaubensbrüder ein zweites Mal vernichtet würden."

Die gleiche Dame antwortete nun auch Gemeinderat Bertold Ummenhofer. Dieser fragte am 12. Dezember 2019 nach, die Antwort kam per E-Mail am Dreikönigstag diesen Jahres. Wörtlich schreibt Tatjana Malafy: "Frau Elena Logunova ist nicht mehr Vorsitzende der Gemeinde. Es gibt einen neuen Vorsitzenden, Herrn Svobodin und einen neuen Vorstand. Der gesamte Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde findet die Idee der Stolperstein-Verlegung nicht gut. Aber letztlich liegt es bei der Stadt VS, die Entscheidung für oder wider Verlegung der Stolpersteine zu treffen."

Verein hält an Aktionen fest

Diese Nachricht ist in den Augen von Friedrich Engelke "lanciert, um uns Knüppel zwischen die Beine zu werfen." Engelke meint: "Diese Nachricht jetzt zu lancieren, ist eine politisch machbare, aber sehr dumme Handlung." Selbstverständlich werde der Verein an den Aktionen zu den Stolpersteinen festhalten: Die nächste findet am Freitag, 10. Januar, 18.30 Uhr, in der Rietstraße 45 (Familie Schwab) statt. Engelke ist zuversichtlich, dass der Gemeinderat am 29. Januar und zuvor am 15. Januar der Verwaltungsausschuss dem Verlegen von Stolpersteinen zustimmen werden.

Sollte man nicht wenigstens die Israelitische Gemeinde in die Sitzungen einladen? Bertold Ummenhofer würde das für eine Möglichkeit halten. "Aufgrund der gravierend neuen Situation sollten alle noch einmal innehalten, durchatmen und neu nachdenken", findet er. Anderer Meinung ist Friedrich Engelke. "Die jüdische Gemeinde ist zu allen Gesprächen eingeladen gewesen und hat nie teilgenommen." Statt "Stolpersteinen" sei in Rottweil eine jüdische Synagoge entstanden, deutet er zum möglichen Hintergrund der Ablehnung der Idee in VS an. Ummenhofer hat freilich eine andere Vermutung: "Mich wundert das nicht, hat sich doch in den letzten Jahren durch die Möglichkeit, die Datenschutzverordnung und Digitalisierung bieten, viel geändert." Malafy selbst war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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