Viele Unklarheiten gibt es derzeit um die Schwenninger Wild Wings. Foto: Kienzler

Sponsoren erhalten Chance zur Selbstanzeige. Wenig aussagekräftige Pressemitteilung des Vereins.

Villingen-Schwenningen - Hat einer der Sponsoren der Schwenninger Wild Wings versucht das Finanzamt zu täuschen? Oder waren es gleich mehrere? Oder hat sich womöglich die Marketing-Abteilung des Eishockeyclubs etwas zu Schulden kommen lassen?

Das Konstrukt wirkt aufgrund einer wenig aussagekräftigen Pressemitteilung des Vereins und Stillschweigen der Finanzbehörden undurchsichtig. Ein Sprecher des Finanzamts in Rottweil bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass es Ermittlungen gebe und alle Sponsoren der Wild Wings von der Steuerfahndung angeschrieben worden seien. "Das heißt aber nicht, dass auch jedes Unternehmen im Fokus der Steuerfahnder stehe", sagte der Sprecher.

Das Schreiben biete zum jetzigen Zeitpunkt den Sponsoren, die sich wissentlich falsch verhalten hätten, die Chance, Selbstanzeige zu stellen. Mehr wollte der Sprecher nicht sagen und berief sich auf das Steuergeheimnis. Nach Informationen unserer Zeitung sollen Unstimmigkeiten bei der Unternehmensprüfung eines Sponsors der Auslöser für die Ermittlungen gewesen sein. Dies kommentierte der Finanzamtssprecher nicht.

Dabei könnte es sich um Werbungskosten handeln, die der Sponsor nicht richtig absetzt habe. Wie ein Steuerexperte gegenüber unserer Zeitung erklärte, müssen Aufwendungen beim Sponsoring in voll abzugsfähige Werbeleistungen, beschränkt abzugsfähige Bewirtungskosten sowie Kosten für Geschenke aufgeteilt werden.

Wird dem Sponsor vom Veranstalter ein Gesamtpaket in Rechnung gestellt, das ein Bündel an Einzelleistungen enthält, müssen diese für steuerliche Zwecke separat bewertet werden. Im aktuellen Wild-Wings-Fall dürfte eine solche Aufteilung vermutlich unterlassen worden sein.

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