Rainer Zwing, Sébastien Weitbuch und Grank Hassenpflug (von links) von der C.R.S. iiMotion GmbH freuen sich über den Innovationspreis des Landes. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: C. R. S. iiMotion GmbH erhält Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg

Ihr Vorhaben trägt den Titel "DiDeOP-AI –Dirt Detection in Optics by Artificial Intelligence" und hat der C.R.S. iiMotion GmbH soeben einen mit rund 140 000 Euro dotierten Innovationspreis des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg eingebracht.

Villingen-Schwenningen. Das mittelständische Unternehmen, 2009 entstanden nach der Insolvenz des französischen Konzerns Thomson-Brandt, begibt sich mit der Entdeckung von Verunreinigungen in Videokamerasystemen schon während des Produktionsprozesses in den Entwicklungsbereich der künstlichen Intelligenz (KI). Und genau das möchte die Landesregierung fördern.

"Der globale Wettbewerb KI entwickelt sich rasend schnell. Um dabei vorne mitzuspielen, dürfen wir uns nicht darauf beschränken, KI-Lösungen aus den USA oder China erfolgreich anzuwenden. Baden-Württemberg muss selbst ein führender Entwicklungsstandort für KI werden", wird Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut in einer Pessemitteilung dazu zitiert. Für die C.R.S. iiMotion GmbH mit ihren beiden operativen Geschäftsführern Rainer Zwing und Sébastien Weitbruch kommt die sechsstellige Fördersumme gerade recht. Ziel sei es nämlich, so Zwing, neben dem Tagesgeschäft der Austragsentwicklungen für Bildaufnahme, -verarbeitung und -wiedergabe, "immer auch am Kundenwunsch von morgen zu arbeiten". Neue Technologien wie KI dürfen dabei nicht verpasst werden, betonen die beiden Entwicklungsingenieure.

Mit dem System, das neben 43 weiteren Projekten die Aufmerksamkeit des Ministeriums auf sich zog, soll es künftig möglich sein, Verunreinigungen, Staubeinschlüsse und Kratzer auf Kameralinsen, wie sie zum Beispiel in Endoskopen stecken, schon während des Produktionsprozesses zu entdecken und damit teure Reparaturen oder gar Ausschussware nach der finalen Qualitätskontrolle zu vermeiden.

Für alle Eventualitäten gerüstet

Bis zum Ende des Jahres hat die C.R.S. iiMotion GmbH Zeit, das Projekt unter der Leitung von Frank Hassenpflug fertigzustellen. Dazu müssen zunächst gigantische Datenmengen analysiert werden – "das Kernmerkmal von KI", sagt Rainer Zwing. Künstliche Intelligenz entsteht, wenn der Mensch einen Rechner mit der Eingabe unzähliger Daten darauf trainiert, auf alle Eventualitäten richtig zu reagieren.

Die im Innovationspark stationierte C.R.S. iiMotion GmbH mit ihren 26 Ingenieuren und Softwareentwicklern findet ihre Kunden zu 80 Prozent in der Medizintechnik, weitere im Automotivebereich und in der Industrie. Ihre Kernkompetenz ist die Beherrschung verschiedener Bildbearbeitungsverfahren und der Theorie, wie Menschen Bilder wahrnehmen und verarbeiten.

Ihre Entwicklungen stecken in unzähligen medizinischen Bildgebungsgeräten, unter anderem in Endotowern und im Da Vinci-Roboter, wie sie auch im Schwarzwald-Baar-Klinikum im Einsatz sind.

Mit 11,4 Millionen Euro für 44 ausgewählte Projekte fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Rahmen des "KI-Innovationswettbewerbs Baden-Württemberg" kleine und mittlere Unternehmen bei Forschung und Entwicklung von Neuheiten auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Damit sollen "technologische Hürden bei der Kommerzialisierung von KI überwunden und die Entwicklung von KI-Produkten und –Dienstleistungen "made in Baden-Württemberg" beschleunigen werden", heißt es.