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Villingen-Schwenningen Statt Trübsal zu blasen röhrt der Motor

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Foto: Hoyer Foto: Schwarzwälder Bote

Eigentlich hätte Michael Hoyer allen Grund zur Vogelstrauß-Methode. Einfach mal den Kopf in den Sand stecken und hoffen, es geht vorbei. Als Veranstalter trifft ihn die Pandemie empfindlich. Doch anstatt sich zu verkriechen, tut der Medienprofessor aus Pfaffenweiler das genaue Gegenteil.

Villingen-Schwenningen. Der Kommunikationskongress Komm.Day – abgesagt. Die nächste Staffel Story VS – abgesagt. Jugendkunstbiennale – auch vertagt. Und Seminare, wie der Kommunikationsprofi sie üblicherweise in der ganzen Republik gibt, können gerade auch nicht stattfinden.

Er hätte jetzt also die Wahl zwischen Däumchen drehen und Verzagen. Aber beides ist offenbar nicht sein Ding. Wer den groß gewachsenen Veranstalter derzeit trifft, begegnet keinem gebeugten Mann, sondern einem Menschen voller Tatendrang. Klar, die aktuelle Situation sei nicht leicht, gibt Michael Hoyer im ­Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten zu und blickt durchaus auch mit Sorge und Nachdenklichkeit auf Kollegen der Veranstaltungsbranche, die finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen und mit fortschreitender Pandemie vielleicht sogar eines Tages über Insolvenzen werden nachdenken müssen.

Bei den anderen zahlt sich nun bedachtes Wirtschaften und kluges Unternehmertum rückwirkend aus, mehr denn je. Michael Hoyer hat deshalb eine ganz andere Strategie als in den allgemeinen Pessimismus einzufallen. Als Motivationstrainer und Coach stärkt er seinen Kunden üblicherweise den Rücken und rät zu Strategien, wie man auch Krisen gut meistert. Nun wendet er sie selbst an. Er ist flexibel, sieht die Chance in der Krise, nimmt an, was ja doch nicht zu ändern ist: Jetzt, denkt er sich offenbar, ist die perfekte Zeit, sich persönliche Wünsche zu erfüllen, den Freiraum zu nutzen, aufzutanken.

Pläne werden erneut durch das Virus durchkreuzt

Als leidenschaftlicher Motorradfahrer schmiedet er deshalb Pläne. "Ich bin im März so viel Motorrad gefahren wie in keinem Jahr jemals zuvor", erzählt er und lächelt. Klar, dass seine Pandemie-Strategie unmittelbar mit seinem Hobby verknüpft ist. "Ich werde nie wieder die Gelegenheit haben, mehrere Wochen am Stück mit dem Motorrad die Welt zu erobern", sagte sich Hoyer. Sein Plan: sechs Wochen Balkan. Bulgarien und Rumänien wollte er unter die Reifen nehmen. Am kommenden Samstag sollte es losgehen, Sonntagabend sollte Michael Hoyer in Sofia eintreffen.

Doch noch ehe Michael Hoyer sein Zweirad sattelte und nach Bulgarien fahren konnte, erreichten ihn die Nachrichten vom Balkan. Serbien schließt die Grenzen für Durchreisende nach Griechenland. In Kroatien steigen die Coronazahlen steil, in Rumänien explodieren sie gar – "nur in Bulgarien nicht, weil sie dort kein Geld haben zum Testen".

Ein Telefonat mit dem Auswärtigen Amt machte Hoyers Pläne – schon wieder – zunichte: Eine Reisewarnung wurde nicht ausgesprochen, dennoch riet der Mitarbeiter dort von Reisen auf den Balkan ab. "Was, wenn ich am Schwarzen Meer sitze und der Lockdown kommt? Durch sieben Länder nach Hause kommen...?" Binnen drei Stunden platzte Hoyers großer Plan von der Balkan-Reise.

Und wieder wäre die Vogelstrauß-Methode angezeigt. Doch wieder reckt Hoyer – ganz Motivationstrainer – trotzig das Kinn hoch: Er wolle, sagt er, am 31. Dezember ein Glas Sekt in der Hand halten und sagen, "2020 war ein super Jahr". Was er als Coach seinen Klienten predigt, wendet er – abermals – selbst an. Der reiselustige Veranstalter plant um. "Frankreich ist ja ziemlich groß. 3600 Kilometer Grenze", schnell war die Idee geboren, mit dem Motorrad einmal eine neue Tour zu planen: einmal an der französischen Grenze entlang. In Mulhouse startend soll es Richtung Genfer See, nach Savoie und den Pyrenäen gehen, an den Atlantik, hoch zur Bretagne und durch Lothringen zurück. Michael Hoyer findet Gefallen an seiner neuen Idee.

"Da sind ein paar interessante Offroad-Spots", freut er sich beim Gedanken an den Ritt auf einer neuen Touratech-Maschine – der Niedereschacher Hersteller ist seit Jahren sein treuer Partner bei Hoyers Bike-Unternehmungen. Die Taschen sind so gut wie gepackt, die Maschine bald startklar. Am Samstagmorgen soll der Motor um 5 Uhr morgens in Pfaffenweiler röhren und von der Unternehmungslust künden, die auch bei Corona-Gebeutelten nicht ersticken sollte. Jetzt erst recht...

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