Der "Fasnetsgoascht" ist mit der Schlüsselübergabe in sie alle gefahren: Detlev Bührer, Anselm Säger, Jürgen Roth, Alexander Brüderle und Ratsherr Peter Metzger (von links). Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Schlüsselübergabe: Der aus "Doaninge" Reingeschmeckte OB wird einer Gehirnwäsche unterzogen

Was ist das? Z1 und Z2 fordern von AV und B1 einen Schlüssel. So geschehen am Sonntagabend vor dem Rathaus und im Beisein von vielen hundert Zuschauern.

VS-Villingen. Nach einer Unbedenklichkeitsunterschrift aller hatte die Anonymität zum Glück schnell ein Ende und Zunftmeister Anselm Säger (Z1) sowie sein Vize Alexander Brüderle (Z2) konnten sich daran machen, den Amtsverweser (AV) Jürgen Roth und seinen Bürgermeister (B1) Detlev Bührer um den Stadtschlüssel zu erleichtern.

Doch davor hatten sie es sich zur Aufgabe gemacht, den von "Doaninge" Reingeschmeckten, aber immerhin in Villingen geborenen Roth fastnachtstauglich zu machen. Er erhielt ein Starter-Kit, bestehend aus Buch und CD, im Gegenzug schenkte Roth dem Zunftmeistergespann "Schwenninger Knöpfle in der Brüh’". Dann wurde der neue OB noch einer elektrischen Gehirnwäsche unterzogen, auf dass der "Fasnetsgoascht" in ihn hineinfahre.

Es funktionierte: "Auf die Schwenninger isch Verlass, des woaß ein jeder Ma, denn bei de Wahle macht er stets bei Rot sein Kreuzle na. Doch dieses Mol war’s andersrum: der Roth, der isch en Schwarze. Dass d’Verwaltung jetz ge Villinge kunnt, ka mancher kaum erwarte", reimte Roth prompt. Er und Bührer lieferten sich mit Säger und Brüderle einen witzigen Schlagabtausch, bei dem die beiden Rathauschefs viel Humor bewiesen. Als die Forderungen nach dem Schlüssel auch vom Publikum immer drängender wurden, gab Roth kleinlaut zu, dass er ihn nicht herausgeben könne, weil sein Vorgänger ihn "geschreddert" habe.

Vom Schlüssel sind nur noch ein paar Hackschnitzel übrig

Lediglich ein paar Hackschnitzel seien noch da. Die übergab der geschockte Säger seinem Schirrmeister Michael Reiser, auf dass er den Schaden repariere. Der Auftrag wurde prompt erledigt und der Schlüssel konnte den Narren für zwei Tage überlassen werden, was diese mit Singen und Schunkeln honorierten.