Mundart: Bärbel Brüderle erklärt Dialekt

VS-Villingen. "Dialekt macht nicht nur Spaß, er ist auch für was gut." Bärbel Brüderle, Vorsitzende der Muettersproch-G’sellschaft Villingen, bricht eine Lanze für die Mundart und der Schwarz­wälder Bote hilft ihr dabei. Wir erklären in unregelmäßigen Abständen Villinger Ausdrücke.

In der zehnten Folge dieser beliebten Heimat-Serie geht es um stäube, Stäuber, schasse.

Und dies ist wieder ein Wort mit verschiedener Bedeutung. Stäube ist einerseits Staub aufwirbeln, "wische" heißt kehren, fegen, wo sehr trockener Schmutz eine Staubwolke verursacht.

Es bedeutet aber auch "furtschicke", fort jagen. "Mach, dass weg goosch, suscht stäubts!"

Auch "schasse" hat diese Bedeutung. Es zeigt einmal mehr, dass in unserer Gegend viele Ausdrücke französisch geprägt sind.

"Stäube" tut es aber auch, wenn es Streit gibt. "Bi dene häts aber ghörig gstäubt", heißt es zum Beispiel.

Ein "Stäuber" ist aber auch ein Rausch, "en Aff, en Sarras, oder mer hät Öl am Huet, Schlagsiite, runde Füeß, de Dreiländerblick, en Zapfe, en Stich, en Dolge, en Klapf, z diief is Glas guckt, en Schwätzer, ein i de Krone, de Kanal voll und amend hät mer e Brezel im Gsicht".

Es heißt wohl "Stäuber", wenn man die Getränke, vorwiegend alkoholische, ­ziemlich schnell den Hals "nab stäubt". Da gilt dann jedenfalls: "Sürpfle muesch, nit suufe."