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Beim Austausch mit Jugendlichen werden auch Probleme angesprochen.

Villingen-Schwenningen - Auf Sitzsäcke, freie Getränke und offene Ohren stießen alle, die am Freitag in den Skaterpark am Klosterhof kamen. Das Amt für Gebäudewirtschaft- und Hochbau (GHO) und die Kinder- und Jugendbeteiligung des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport (JuBIS) hatten zum Austausch geladen.

 

Toiletten, Unterstellmöglichkeiten bei Regen und Sonne und die Optimierung der Beleuchtung standen am Ende ganz oben auf der Wunschliste. Sowohl der offiziellen Einweihung des Parks, als auch dem für Juli geplanten Skater-Contest hatte das Coronavirus den Garaus gemacht. Als kleine Entschädigung verständigten sich die beiden Ämter darauf, rund ein Jahr nach Inbetriebnahme, die Nutzer nun zu fragen, ob und wo es Nachbesserungsbedarf gebe.

Cornelia Gärtner vom GHO, Lisa Großmann von der JuBIS-Abteilung Kinder- und Jugendbeteiligung und der Leiter des Villinger Jugendhauses "K3", Stefan Hoffmann, hörten sich die Wünsche an, diskutierten und suchten gemeinsam mit den Skatern nach Lösungen für kleine und große Probleme.

Die Toiletten-Lösung in der Kletterhalle hat keine Zukunft

Das größte ist zweifelsohne – und das stand schon im Vorfeld des Anhörungsnachmittages fest – das Fehlen einer Toilettenanlage. Er überlasse den Kids gerne seine Toiletten, sagte Thomas Kohler, Betreiber der benachbarten Kletterhalle "blocwald", doch dass es zeitweise so viele sein würden, das habe er nicht geahnt und deshalb die Verantwortlichen der Stadt um eine alternative Lösung gebeten. Die große Resonanz auf den Skaterpark habe alle überrascht, sagte Cornelia Gärtner.

Der Wunsch nach einer Gruppe oder einem Verein, der die Anlage in Eigenverantwortung betreibe, habe sich bisher aber leider nicht erfüllt. "Die Nutzer sind einfach zu unterschiedlich und kommen nicht nur aus den Stadtbezirken." Daher sahen sie und auch die stellvertretende JuBIS-Amtsleiterin Sabine Braun kaum Chancen, einen weiteren Wunsch vor allem der älteren Skater zu erfüllen. Für die birgt nämlich die Vielzahl der "Scooter-Kids" die Gefahr von schmerzhaften Zusammenstößen.

Aidan Haas und seine Freunde haben es oft erlebt: die acht- bis zehnjährigen Rollerfahrer kreuzen und queren die Rails und Curves zumeist unkontrollierbar für die Skater. Sie wünschen sich deshalb eine begrenzte Nutzungszeit für diese Altersgruppe, so wie im neuen Skaterpark in Rottweil. Dort ist für die Roller ab 16 Uhr Schluss.

Die Skater könnten Verantwortung für die Anlage übernehmen

Am Freitagnachmittag bewiesen es die aufgeklebten Punkte: die Zufriedenheit mit der Skateranlage am Klosterhof ist groß, was Aidan Haas auf die Beteiligung der Jugend schon in der Planungsphase zurückführt und gut findet. Genervt ist er allerdings davon, dass die Bewegungsmelder an den Beleuchtungsmasten nicht zuverlässig funktionieren und eine Lampe schon ihren Geist aufgegeben hat.

Auch wünschen sich die Jugendlichen die Ausleuchtung um eine Stunde bis 23 Uhr zu verlängern. Dass am Skaterpark etwas geht, beweist die Installation von Sitzgelegenheiten vor wenigen Wochen. Die Bauschutthalden in nächster Nähe, die vor allem besorgten Eltern ein Dorn im Auge sind, sollen, so Gärtner, bald beprobt und abtransportiert werden. Inwieweit die Wünsche nach mehr Infrastruktur erfüllt werden können, werde der nächste Haushalt zeigen, sagt Sabine Braun und weist auf die angespannte Kassenlage aufgrund der Corona-Pandemie hin.

Viel helfen, und da waren sich alle erwachsenen Anwesenden einig, könnte eine Gruppe junger Leute, die sich zu einem Verein mit Verantwortung für die Anlage zusammenschließen. "Dann würde auch ein Bauwagen Sinn machen", blickt Stefan Hoffmann in eine Zukunft mit diesem Konzept.