Anja Teubert setzt sich gegen sexuelle Gewalt ein. Foto: Semenescu

Frau hat als Kind sexualisierte Gewalt durch Pfarrer erfahren. Infoveranstaltungen und Schutzkonzept an Hochschule.

VS-Schwenningen - Zu einem Kurzgespräch mit Experten zum Thema Erfahrung mit sexueller Gewalt hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Dienstagnachmittag geladen. Das Kurzgespräch wurde von DHBW-Studiengangsleiterin Anja Teubert geleitet, die unter anderem Mitglied im "Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen" der Bundesregierung ist und sich regional und überregional gegen sexuelle Gewalt engagiert.

Frau hat als Kind sexualisierte Gewalt 

Anlass der Veranstaltung ist das Schicksal einer Frau gewesen, die die Institution kontaktierte. Diese musste als Kind sexualisierte Gewalt durch einen Pfarrer erfahren. Nun ist sie auf der Suche nach weiteren Personen, die in der Zeit von 1976 bis 1992 im kirchlichen Kontext in Freiburg und Villingen sexualisierte Grenzverletzungen erlebt haben, um sich auszutauschen und gegenseitig zu stärken.

Während des Kurzgesprächs skizzierte Teubert die regionale und überregionale Situation zum Thema sexuelle Gewalt in Deutschland und zeigte Fachberatungsstellen auf, die in der Region Hilfe leisten. In der Region gibt es spezialisierte Fachberatungsstellen, wie "Frauen helfen Frauen" und "Phönix", die kommunal auf freiwilliger Basis finanziert werden. Für sie gebe es jedoch keinen gesetzlichen Auftrag zur Zusammenarbeit, erklärt Teubert. Aus ihrer Sicht brauche es mehr Ressourcen und ausgebildetes Personal, um dem Problem Herr zu werden. Auch machte Teubert deutlich, wie wichtig es ist, dass sich Betroffene an solche Institutionen wenden und "Erfahrungsexperten" damit eine Stimme bekommen und gehört werden.

Schutzkonzept vor sexueller Belästigung wird erstellt

Auch die DHBW engagiert sich in diesem Bereich. So biete sie unter anderem Betroffenen eine Plattform, um in Seminaren über ihre Erfahrungen zu sprechen. Regelmäßig werden auch Vorlesungen zu dieser Thematik veranstaltet. Bei Campus-Abenden berichten zudem Vertreter aus der Aufarbeitungskommission. Auch wurde ein Schutzkonzept vor sexueller Belästigung erstellt.

Weitere Informationen: "Erfahrungsexperten" in Bezug auf Fälle zwischen 1976 und 1992 können sich per E-Mail melden unter betroffene.helfen.betroffenen@web.de.