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Villingen-Schwenningen Selbsthilfegruppe für Adoptiveltern

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Adoptivkinder sind schnell in die Familie integriert. Aber sie müssen damit leben, dass sie von der eigenen Mutter abgelehnt wurden. Psychotherapeutinnen in Mönchweiler nehmen sich jetzt des Tabuthemas an. Foto: dpa

Schwarzwald-Baar-Kreis - Adoptierte und Adoptiveltern, ihre Ängste, ihre Probleme: Nach wie vor ist dies ein Tabuthema, dem sich jetzt zwei Psychotherapeutinnen aus Mönchweiler widmen möchten. Zum ersten Kennenlern-Termin kamen immerhin 13 Personen aus der gesamten Region.

"Es sieht so aus, als ob sich daraus eine Selbsthilfegruppe entwickelt", berichtete Hortense Huget auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. "Solche Eltern und Kinder haben ganz andere Schwierigkeiten als Familien, die leibliche Kinder großziehen", erklärte Hortense Huget, die mit ihrer Kollegin Lilli Werle eine psychotherapeutische Gemeinschaftspraxis in Mönchweiler führt. Beide haben nach mehrjähriger Ausbildung ihre staatliche Prüfung zur Heilpraktikerin abgelegt. Huget spricht dabei aus Erfahrung.

Flucht in Traumwelten oft die Folge

Neben zwei Söhnen im Alter von 30 und 40 Jahren hat sie auch zwei Mädchen aus Vietnam und Sri Lanka groß gezogen. Aufgrund vieler Kontakte zu anderen Adoptiveltern kennt sie deren schlechtes Gewissen, wenn sie dem Kind mal etwas forscher Grenzen aufzeigen müssen. Eine konsequente Erziehung, auf die das Kind mitunter mit Trotz reagiert. "So etwas hätte meine richtige Mutter nie gemacht". Eine Flucht in Traumwelten sei oft die Folge, fügt Huget hinzu.

1972 adoptierte sie ihre erste Tochter, 1982 die zweite. Erst danach habe sie das Gefühl gehabt, "dass meine Persönlichkeit rund geworden ist." In Vietnam selbst habe sie das eine Mädchen aus einem Waisenhaus geholt und erschütternde Szenen miterlebt. "Auf der Säuglingsstation ist ein Kind nach dem anderen gestorben." Im Saal mit den verwaisten Kleinkindern streckten viele Buben und Mädchen die Ärmchen nach der Deutschen: "Alle wollten auf den Arm genommen werden."

Die Integration der beiden Mädchen in die Familie hätte besser nicht sein können, erzählt sie. "Es entstand sehr schnell ein super tolles Verhältnis", erinnert sich Hortense Huget. Dennoch bleibt immer das Gefühl der adoptierten Kinder, "irgendwann mal abgegeben und von der eigenen Muter abgelehnt worden zu sein". Aufgrund ihrer Erfahrungen möchte sie anderen Menschen Hilfestellung geben, unterstützt von ihrer Kollegin Lilli Werle.

Das nächste Treffen von Adoptiveltern und Adoptierten findet am Dienstag, 14. September, um 19.30 Uhr in der psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis Huget/Werle, Fichtenstraße 36/1 in Mönchweiler statt.

 
 

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