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Villingen-Schwenningen Schmitt ist Publikumsmagnet

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Ein vielbeachtetes Programm wird in der Benediktinerkirche geboten. Bestens aufeinander eingespielt sind die Flötistin Gundula Bolanz und der Organist, Domkapellmeister Christian Schmitt. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Villingen. Er war Initiator der Erfolgsgeschichte und schrieb sie mit der "200. Orgelmusik zur Marktzeit" am Samstag fort: Christian Schmitt, einstiger Münsterkantor und jetziger Domkapellmeister und Leiter der Domsingschule in Rottenburg. Er wirkte als Publikumsmagnet, denn Ulrich Kolberg von der Stiftung Johann-Andreas-Silbermann-Orgel konnte eine riesige Zuhörerschar in der Benediktinerkirche willkommen heißen. Neben Schmitt trat die heimische Flötistin Gundula ­Bolanz auf.

Die Akteure boten ansprechende Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, beginnend mit einem Teil aus "Der Fluyten Lust-Hof" des Niederländers Jacob van Eyck. Effektvoll und sensitiv wurden in einem gekonnten Fragen-Antwort-Spiel "Fantasia und Echo" des blinden Musikers geboten, wobei Bolanz Platz im Chorraum einnahm. Mit Altblockflöte war sie danach von der Empore zu hören, um mit dem Organisten eine "Passacaglia" des Jean-Féry Rebel zu interpretieren. Schmitt sorgte für zurückhaltende Registrierung. Die Musik erfüllte den Kirchenraum mit sanftem Barock, Klangkaskaden und chromatischen Passagen bei passender vorösterlicher Ausstrahlung.

Ferner stand der Berliner Bach Carl Philipp Emanuel mit einer e-Moll-Sonate auf dem Programm, wobei die Orgel nicht nur Begleitfunktion zu erfüllen hatte, sondern gleichwertiger Partner der Tenorblockflöte war. Das ideenreiche, mit Ornamentik dekorierte dreisätzige Werk vermittelte den galanten Stil des Komponisten.

Bekannt und beliebt ist die mehrteilige "Messe à l’usage des Couvents" des "großen" Francois Couperin, eine Umsetzung des Ordinariums in Musik. Sie bietet dem Interpreten viele Facetten der Orgelkunst und der Darstellung einzelner Register. Dazu gehörten auch "Domine Deus" mit dominierenden Krummhorn in Tenorlage und das "Qui tollis", das farbenreich, schillernd die singende "Vox humana" des Hauptwerks mit nasalem Streicherklang und pikanten Tremolo bot. Die charaktervolle Wiedergabe wurde erhöht durch Johann Sebastian Bachs Werk 537. Die reife Interpretation des Orgelvirtuosen ließ die Lamento-Aussage der Fantasie und die verdichtete Kompositionstechnik mit Auferstehungsgedanken der Fuge erkennen.

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